Istanbul : Erinnerungen an eine Stadt

Pamuk, Orhan, 2006
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-446-20826-1
Verfasser Pamuk, Orhan Wikipedia
Beteiligte Personen Meier, Gerhard Wikipedia
Systematik DR - Deutsch Roman
Schlagworte Istanbul, Türkei
Verlag Hanser
Ort München
Jahr 2006
Umfang 429 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Orhan Pamuk. Aus dem Türk. von Gerhard Meier
Illustrationsang Ill.
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Josefine Weninger;
Die Stadt am Bosporus aus der Sicht eines ihrer berühmtesten Chronisten. (BO)

Schon nach den ersten Seiten wird deutlich, dass es sich bei den "Erinnerungen" des diesjährigen Nobelpreisträgers um eine sehr persönliche Schilderung seiner Heimatstadt handelt. Pamuk betont mit jeder Zeile, dass seine Entwicklung und sein Empfinden immer eng mit dem Schicksal der Stadt verwoben waren. Er bezieht sich dabei hauptsächlich auf das Istanbul seiner Kindheit und Jugend und beschreibt die zu Zeiten Atatürks eher vernachlässigte Metropole als die des "hüzün", der Melancholie, der Tristesse. Auch sämtliche Fotos und Illustrationen des Buches strahlen diese eigentümliche Atmosphäre aus. Istanbul, die traurige Schöne am Bosporus präsentiert sich als vergessene, verfallende "Melancholia" in Schwarzweiß, die mehr als nachlässig mit ihrer großen Vergangenheit als märchenhafte Sultansstadt umgeht.
Eng verzahnt mit dem elegischen Niedergang der Stadt beschreibt Pamuk sein eigenes Schicksal als Mitglied einer türkischen Oberschichtfamilie, die sich in ihrer Lebensführung und Werthaltung an der westeuropäischen Boheme orientiert und der das vererbte Vermögen zwischen den Fingern zerrinnt. Ähnlich wie die Stadt selbst versteht sich auch der Dichter als einer, der heillos festhängt zwischen Orient und Okzident, zwischen Vergangenheit und Moderne, zwischen Jeunesse dorée und (relativer) Armut.