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DR
Mör
Geschwister : Roman
Mörth, Markus, 2012| Libresso | |
| Verfügbar |
Ja (1)
|
| Exemplare gesamt | 1 |
| Exemplare verliehen | 0 |
| Reservierungen | 0Reservieren |
| Medienart | Buch |
| ISBN | 978-3-9503337-7-0 |
| Verfasser | Mörth, Markus
|
| Systematik | DR - Deutsch Roman |
| Verlag | edition keiper |
| Ort | Graz |
| Jahr | 2012 |
| Umfang | 210 S. |
| Altersbeschränkung | keine |
| Reihe | Literatur |
| Reihenvermerk | 19 |
| Sprache | deutsch |
| Verfasserangabe | Markus Mörth |
| Annotation | Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); Autor: Wolfgang Moser; Ein Geschwisterpaar, Roma aus Moldawien, ist zur Flucht gezwungen. Doch traumatische Erlebnisse und gewalttätige Fluchtbegleiter bedrohen auch in Österreich Asyl und familiären Zusammenhalt. (DR) Der Roman beginnt mit einer Zeitungsnotiz aus dem Jahr 2009: Ein 17-jähriger Moldauer verletzt bei einer Messerstecherei in der Nähe eines Flüchtlingsquartiers einen Rumänen lebensgefährlich. Happy End ausgeschlossen! Die Fluchtgeschichte des jungen Mikhail und seiner um zwei Jahre älteren Schwester beginnt schon ein Jahr zuvor. Sie werden - so wie auch ihre Großeltern - bedroht und können nicht länger im österreichisch geführten Waisenhaus bleiben. Das Entkommen über Rumänien und Serbien gelingt nur mit Hilfe zwielichtiger Fluchthelfer - später, in Österreich, werden diese ungehindert ihren Tribut einfordern. Auf ihrer unfreiwilligen Reise müssen sich Bruder und Schwester trennen, erst im Flüchtlingshaus in Graz treffen sie wieder aufeinander; doch in der neuen Umgebung wird ihre früher liebevolle Geschwisterbeziehung auf harte Proben gestellt. Das Buch des jungen Grazer Autors und Regisseurs Markus Mörth (geb. 1973) gleicht vielfach einem Drehbuch; jedes der 96 Kapitel ist eine Szene. Zu Beginn überwiegen breit angelegte Schilderungen des Lebens in Moldawien, am Ende zeigt die rasche Schnittfolge augenscheinlich die gehetzten und erschöpften Flüchtlinge. Markus Mörth hat eine dichte und schwierige Handlung bildhaft und dialogisch aufgelöst und mit diesem Buch eine bewegende Schilderung einer Schattenseite Europas, auch eine Neuinterpretation des Märchentopos von "Brüderchen und Schwesterchen", geschrieben. ---- Quelle: Pool Feuilleton; Schwere Messerstecherei in Graz, ein Moldawier und ein Rumäne gehen aufeinander los. - Was wir täglich vorne in den Schlagzeilen lesen, hat hinten meist eine komplizierte Geschichte. Markus Mörth erzählt im Stil einer Dokumentation von einem Geschwisterpaar, das aus Moldawien flüchten muss, weil es in der Heimat an den Rand gedrängt und mit Gewalt verfolgt wird. Die junge Frau Bebe ist achtzehn, ihr Bruder Mikhail fünfzehn. Eine Zeitlang versuchen sie in einem Kinderheim mit Unterstützung eines Hilfswerks durchzukommen, aber dann gibt es Razzien und Folter. "Moldawien klingt nach Armut, Bessarabien klingt gut und geheimnisvoll!" Mit diesem Motto reisen die beiden nach Rumänien, wo sie sich einer Schlepper-Bande anvertrauen. Nach einer lebensgefährlichen Überquerung der Donau landen die beiden in Beograd, wobei Bebe sofort der Prostitution zugeführt wird, während sich Mikhail als Straßenmaler durchschlägt. Beograd ist mindestens so schlimm wie Moldawien, weshalb noch einmal eine überstürzte Flucht angesagt ist, diesmal freilich bleiben die Schlepper auf den Fersen, sie wollen noch Geld. Zwischenstation aller Träume ist wieder einmal Traiskirchen in Österreich, wo sich die Behörde korrekt gibt, aber wohl auch selbst vor ungeahnten Problemen steht. Von hier aus wird das Paradies ausgesucht und zugeteilt, die beiden müssen nach Graz. Wohl die berührendste Stelle im Roman ist jene Szene, wo die verschreckten Protagonisten mit den Augen von verstoßenen Flüchtlingen das erste Mal Graz sehen. Was üblicherweise als Touristen-Anmache geschildert wird, erweist sich hier als skurriles Stadtgebilde, in dem sich kein Flecken Vertrautheit ausmachen lässt. Was macht jemand, der auf seinen Asylbescheid in Graz wartet? - Schulungen, Schwarzarbeit, Russendisko. Bebe wird von Ihresgleichen nach Strich und Faden ausgenommen, Mikhail erlebt die Straßenszenerie als Zeichner von der deprimierenden Art. Und als schließlich die Schlepper auftauchen und Geld wollen kommt es zum Eklat, Mikhail sticht auf seinen Verfolger ein. Das Ende gleicht einem Alptraum-Märchen, getrennt von der Besucherscheibe des Gefängnisses drücken die Geschwister die Hände an die Glasfläche und starren einer ungewissen Zukunft entgegen. Zwischen drinnen und draußen ist kein Unterschied! Markus Mörth erzählt in fast hundert durchnummerierten Sequenzen von der Unbarmherzigkeit eines Lebenslaufs, der bergab eingerichtet ist. Niemand macht einen Fehler in diesem System, im Gegenteil, immer wieder schimmert etwas von korrekter Barmherzigkeit durch. Dennoch ist gegen die Schwerkraft eines ungünstigen Lebenslaufs nichts zu machen. Man kann sich diese Geschichte nicht oft genug erzählen. Helmuth Schönauer |