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DR
McE
Solar : Roman
McEwan, Ian, 2010| Libresso | |
| Verfügbar |
Ja (1)
|
| Exemplare gesamt | 1 |
| Exemplare verliehen | 0 |
| Reservierungen | 0Reservieren |
| Medienart | Buch |
| ISBN | 978-3-257-06765-1 |
| Verfasser | McEwan, Ian
|
| Beteiligte Personen | Schmitz, Werner
|
| Systematik | DR - Deutsch Roman |
| Verlag | Diogenes-Verl. |
| Ort | Zürich |
| Jahr | 2010 |
| Umfang | 405 S. |
| Altersbeschränkung | keine |
| Sprache | deutsch |
| Verfasserangabe | Ian McEwan. Aus dem Engl. von Werner Schmitz |
| Annotation | Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); Autor: Franz Holztrattner; Porträt eines Egomanen. (DR) Vor langer Zeit hat der Physiker Michael Beard den Nobelpreis bekommen. Seither zehrt er von ihm, trägt sein preisgekröntes Theorem immer wieder vor, aber zur Weiterentwicklung der Physik hat er kaum mehr etwas beizutragen. Am Beginn des Romans steht er gerade vor dem Ende seiner fünften Ehe; daneben hatte er ständig Verhältnisse. Er ist komplett körperbezogen, was neben Sex auch Essen und Alkohol betrifft - nach allen diesen Dingen ist er süchtig und völlig unfähig, jemanden zu lieben außer sich selbst. Durch einen absurden Zufall fällt ihm, der sich bisher der Problematik des Klimawandels gegenüber gleichgültig verhalten hat, das Manuskript eines toten Kollegen in die Hände; dessen Theorie könnte die Energie- und Umweltprobleme der Welt lösen. Er gibt die Ideen des Kollegen als seine eigenen aus und steht nach einigen Jahren knapp vor dem Durchbruch, als in einem gigantischen Showdown, auf den die letzten hundert Seiten des Romans förmlich zujagen, alles zusammenbricht. Was mit Beard selbst geschieht, bleibt am Ende offen. Ian McEwan nannte das Buch "a comedy of human nature"; aber das greift viel zu kurz. Es ist vor allem die Charakterstudie eines (übrigens fiktiven) völlig amoralischen und ichbezogenen Wissenschaftlers und daneben eine Satire auf den Wissenschaftsbetrieb; und es steht in einer Reihe mit anderen Plots McEwans: virtuos komponiert, äußerst spannend geschrieben, teilweise sehr satirisch. Aber für mich lauert im Hintergrund seiner Geschichten immer Unheilvolles. Obwohl Beard alles andere als ein Sympathieträger ist, fiebert man förmlich mit ihm mit, was auch daran liegt, dass alles aus seiner subjektiven Sicht erzählt wird. Die Frage lautet nur, wie er scheitern wird? Empfehlenswert für LeserInnen, die Spannung dieser Art mögen. ---- Quelle: LHW.Lesen.Hören.Wissen (http://www.provinz.bz.it/kulturabteilung/bibliotheken/320.asp); Autor: Dr. Michael Patreider; Der neue Roman des englischen Bestsellerautors war natürlich auf Anhieb ein Erfolg, auch wenn die Literaturkritik recht konträr ausgefallen ist. Und dem muss auch ich mich anschließen. Einerseits ist die Geschichte um den Physiker und Frauenheld Michael Beard fesselnd und mit absolutem Können erzählt und dennoch ist man als Leser am Ende nicht sicher, ob dies nun wirklich Ian McEwans bester Roman ist, wie viele behaupten. Zwar gelingt es dem Autor überaus überzeugend, die Figur des Michael Beard als abgewrackt, absolut egozentrisch und überaus hinterhältig zu zeichnen, so recht mag man dem Ganzen aber doch nicht trauen. Dies liegt einerseits daran, dass es unglaubhaft scheint, dass ein Nobelpreisträger für Physik nicht die Tragweite von neuen Forschungsergebnissen im Bereich Solartechnik erkenne kann, andererseits daran, dass eben ein solcher zum zweiten Mal den Nobelpreis bekommt, nachdem er sich gegen Plagiatsvorwürfe behauptet hat, den tödlichen Unfall des Liebhabers seiner Frau verschweigt und einen zweiten Liebhaber damit ohne Bedenken als Mörder ins Gefängnis bringt. Da bringt es auch nichts, wenn man als Leser durchaus schmunzeln muss, wie tollpatschig sich der große Michael Beard am Rande der Antarktis anstellt und es schafft, dass sein Penis beim Pinkeln am Reißverschluss des Overalls festfriert - so etwas passiert einem Physiknobelpreisträger bei aller Liebe denn doch wohl nicht. ---- Quelle: Pool Feuilleton; Je aufregender die Hüllen umso mieser die Füllen, heißt es im Volksmund. Tatsächlich steckt hinter einer hochwohlgeborenen Figur oft ein recht dürftiger Charakter. In McEwans Roman "Solar" geht es um einen solchen Anti-Helden. Michael Beard nämlich ist nichts anderes als Nobelpreisträger für Physik, der von seinem internationalen Ruhm lebt und das Leben durchschnittlich und letztlich hilflos abarbeitet. Das äußere Getue lässt schon darauf schließen, dass der Held mit sich selbst nicht zurechtkommt. Nach fünf Ehen und zahllosen Affären im akademischen Slow-Sex-Bereich kommt es zur Entgleisung. Just ein Seitenspringer seiner aktuellen Frau lässt sich auf ein Handgemenge ein, kommt auf einem Eisbärfell im Wohnzimmer zum Sturz und zieht sich tödliche Verletzungen zu. Dem Nobelpreisträger gelingt es, den Fall als Mord hinzustellen und einem weiteren sexuellen Kontrahenten in die Schuhe zu schieben. Nicht genug damit, aus den Notizen des Verblichenen destilliert der umtriebige Physiker ein paar Patente heraus und versucht mit Solar-Energie der Welt gegen Bezahlung Gutes zu tun und den Klimawandel anzuhalten. Dem Helden entgleist die Welt zweifach, einmal kriegt er sich selbst und seine Hormone sexuell nicht auf die Reihe, zum anderen gelingt ihm auch im wissenschaftlichen Bereich nichts mehr, als er den Nobelpreis in Händen hält. Vielleicht besteht auch gar kein Unterschied zwischen Sex und Wissenschaft, beides nimmt die Männer ziemlich her und lässt sie an der Sinnhaftigkeit ihres Tuns verzweifeln. Wenn Michael Bread nicht gerade mit einem Seitensprung unterwegs ist, zieht er mit abgegriffenen Vorträgen durch die Welt oder erforscht in der Arktis mit touristischen Augen den Fortschritt des Klimawandels. Meist sinniert er über seine eigene Verfassung nach und warum er eine so instabile schwammige Persönlichkeit sein muss. "Kurz, er war ein unentschlossener Vater und Liebhaber, der sich auf seine Familie weder festlegte noch sie anständig im Stich ließ. Er klammerte sich aus Gewohnheit an eine jugendliche Vorstellung von Unabhängigkeit, die für einen Mann von fast zweiundsechzig Jahren ungewöhnlich war." (315) Solar greift das Thema des Klimawandels und der entsprechenden Gegenmaßnahmen ironisch auf, indem an einem Anti-Helden gezeigt wird, dass letztlich alles ein großes Getue ist, das als Fake durchaus seinen Unterhaltungswert hat. Anhand eines Nobelpreisträgers wird gezeigt, wie nahe Genie und Alltagsverblödung beisammen liegen. Mit dem Helden, den seine Hormone nicht vor der eigenen Überalterung retten können, empfindet jeder Leser, der selbst dem Phänomen des Alterns ausgesetzt ist, herzergreifendes Erbarmen. Helmuth Schönauer |