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DR
Köh
Die Abenteuer des Joel Spazierer : Roman
Köhlmeier, Michael, 2013| Libresso | |
| Verfügbar |
Ja (1)
|
| Exemplare gesamt | 1 |
| Exemplare verliehen | 0 |
| Reservierungen | 0Reservieren |
| Medienart | Buch |
| ISBN | 978-3-446-24178-7 |
| Verfasser | Köhlmeier, Michael
|
| Systematik | DR - Deutsch Roman |
| Verlag | Carl Hanser |
| Ort | München |
| Jahr | 2013 |
| Umfang | 652 S. |
| Altersbeschränkung | keine |
| Sprache | deutsch |
| Verfasserangabe | Michael Köhlmeier |
| Annotation | Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); Autor: Maria Schmuckermair; Großartiger Schelmenroman in klassischer Manier. (DR) Etwa zur Halbzeit des umfangreichen Romans definiert der Ich-Erzähler, was ein Schelmenroman ist: "Darin wird von einem Helden erzählt, der Schreckliches tut und Schreckliches erleidet, für ersteres nicht zur Verantwortung gezogen wird und an letzterem nicht zugrunde geht, weil eigentlich nicht sein Schicksal interessiert, sondern das seiner Zeit" (S. 283) Andras Fülöp (so heißt er in Ungarn), später Andres (so sein Name als Internatsschüler in Vorarlberg) und schließlich Joel Spazierer (als Erwachsener mit neuer Identität) vernichtet als Kind mit einer infamen Verleumdung die Existenz jenes Mannes, der 1956 die Ungarnflüchtlinge in Wien aufgenommen hat, verdient sich bereits als Neunjähriger Geld durch Prostitution und begeht als Jugendlicher einen Mord, für den er allerdings eine Zeitlang im Gefängnis büßen muss. Er erleidet aber auch Schreckliches. Mit nicht ganz vier Jahren muss er fünf Tage und vier Nächte allein in einer Wohnung verbringen. Diese traumatische Erfahrung macht ihn hart und unverwundbar. Als 9 ½ Jähriger wird er von einem gewissen Major Hajos nach Oostende entführt und dort allein gelassen. Auf abenteuerlichen Wegen muss sich der Bub zu seiner Familie heim nach Wien durchschlagen. Wenn es aber das Merkmal eines Schelmenromans ist, dass eigentlich die Zeit und die anderen Menschen wichtig sind, dann steht die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts im Vordergrund (der Protagonist ist 1949 geboren). Budapest - Wien - Vorarlberg/Liechtenstein/Schweiz - DDR - Russland sind die Stationen der "Bestie", die ungerührt lügt, mordet und mit kaltherziger Intelligenz alles zu ihrem Vorteil umzupolen versteht. - Raffiniert strukturiert, immer wieder ironisch relativiert, figurenreich konzipiert und mit essayistischen Einschüben auf ein hohes Reflexionsniveau gehoben, kann dieser Schelmenroman neben seine großen Vorgänger (Grimmelshausens "Simplicius Simplicissimus" und "Die Blechtrommel" von Günter Grass) auf das Podest gestellt werden. Fazit: Unbedingt Zeit nehmen und lesen, lesen, lesen! ---- Quelle: LHW.Lesen.Hören.Wissen (http://www.provinz.bz.it/kulturabteilung/bibliotheken/320.asp); Anfang der 50er Jahre wird in Ungarn ein Vierjähriger allein in einer Wohnung zurückgelassen. Die Großeltern werden vom Geheimdienst verhaftet, der Großvater, ein angesehener Arzt, wird beschuldigt, einen Parteikader während einer Operation umbringen zu wollen. Unter Folter gesteht er. Die Großmutter, eine bekannte Ägyptologin, wird mehrmals vergewaltigt. Der Enkel verbringt fünf Tage und vier Nächte allein in der Wohnung, bis ihn seine Mutter, eine Medizinstudentin, findet. Der Junge ist durch dieses Erlebnis traumatisiert und kommt zur Erkenntnis, dass er allein ist, auf niemanden Rücksicht nehmen muss und keiner Moral verpflichtet ist. Im Frühjahr 1956 flieht die Familie nach Österreich, sie finden in Wien Unterschlupf bei einem Ägyptologen, den die Großmutter kennt. Der Großvater ist schwer krank, er leidet an den Folgen der Folterungen. Joel kommt in Wien Meidling in die Grundschule. Er ist ein schöner Junge, der merkt, dass er durch seine Erscheinung und sein Lächeln Macht auf andere Menschen ausüben kann. Und das nutzt er aus. Als Stricherjunge verdient er sein erstes Geld. In den 60er Jahren ist er schließlich in einem Internat in Vorarlberg. Später kommt er in ein Schweizer Gefängnis. in dem er wegen Mordes einsitzt. Nach der Entlassung aus der Haft führt der Weg des Hochstaplers Joel Spazierer über Italien, Kuba in die DDR, wo er sich einen Lehrstuhl für wissenschaftlichen Atheismus ergaunert. In bester Tradition des Schelmenromans hat Köhlmeier eine Figur erfunden, die ohne Skrupel und Gewissen ist und die auf ihrem Weg durch halb Europa gleichzeitig auch die wechselvolle Geschichte des Kontinentes miterlebt. Joel selbst sagt von sich: "Ich besaß nie den Ehrgeiz, ein guter Mensch zu werden." Joel schreibt 45 Jahre später seine Geschichte auf. Köhlmeiers Roman ist voller Figuren und Geschichten. "Ein Buch sei ein mäandernder Fluss und kein Kanal", sagt der Schriftsteller Sebastian Lukasser (das Alter Ego des Autors), der dem Joel Spazierer gute Ratschläge für das Schreiben gibt. Der Roman ist eine gelungene Mischung aus Krimi, Schelmen-, Abenteuer- und Geschichtsroman. Er liest sich gut und man kann fast nicht mehr aufhören zu lesen. LHW.Lesen.Hören.Wissen Markus Fritz |