Die Geschichte des verlorenen Kindes : Reife und Alter ; Band 4 der Neapolitanischen Saga ; Roman

Ferrante, Elena, 2018
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-518-42576-3
Verfasser Ferrante, Elena Wikipedia
Beteiligte Personen Krieger, Karin Wikipedia
Systematik DR - Deutsch Roman
Verlag Suhrkamp
Ort Berlin
Jahr 2018
Umfang 614 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Elena Ferrante. Aus dem Ital. von Karin Krieger
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Cornelia Gstöttinger;
Nähe und Distanz, faszinierendes aneinander Wachsen und feindselige Rivalität bestimmen auch den vierten Band über eine jahrzehntelange Frauenfreundschaft. (DR)
Um Trennungen, Schwangerschaften, Verlust und Älterwerden, die Suche nach einem passenden Lebensentwurf und das Ringen mit der eigenen Rolle als Frau, Mutter und Schriftstellerin - darum geht es neben vielem anderen im vierten Teil von Elena Ferrantes Neapolitanischer Saga. Der Abschlussband schließt nahtlos an die "Geschichte der getrennten Wege" an und führt von 1976 bis in die 2000er-Jahre herauf. Das Leben, die Liebe und ihre Abhängigkeiten kommen Ich-Erzählerin Elena dazwischen - nicht alles läuft nach Plan. "In was für einer Unordnung wir lebten, wie viele Scherben von uns absprangen, als wäre Leben dasselbe wie Zersplittern." (S. 88) Und so findet sie sich schließlich in dem heruntergekommenen Viertel ihrer Heimatstadt Neapel wieder, in der Nähe ihrer besten Freundin Lila, an der sie sich zeit ihres Lebens reibt und an deren scharfem Verstand sie wächst.
Der vierte Neapel-Roman zieht einen tiefer in das Geschehen hinein als die Vorgängerbände, trotz des eleganten, kunstfertigen Stils liest er sich schnell. Das Buch lässt sich nur schwer aus der Hand legen, Ferrante hält das Spannungsmoment stets hoch, in diesem Abschlussband passiert außerordentlich viel: Schönes, Erschreckendes, Tragisch-Trauriges. Der Rione drängt mit voller Wucht in Elenas Leben herein und sie schlägt schließlich schriftstellerisches Kapital daraus. Mit Interesse verfolgt man die Lebenslinien der zahlreichen Figuren aus Ferrantes vierbändigem Erzählkosmos, die sie versiert in ihrem Sittengemälde über den Süden Italiens auffächert. Über allem steht jedoch diese ambivalente Frauenfreundschaft - strahlend hell und finster, nett und bösartig, wie die beiden Protagonistinnen selbst. Immer ist da der Wunsch, sich von der Übermacht der hochbegabten Freundin zu befreien, aus deren Schatten zu treten und sich zu profilieren. Die eine lebt das Leben, das die andere nie leben konnte - oder wollte? An dieser Frage und über die Charakterstudien können die LeserInnen auch nach der Lektüre der Saga tüfteln.