Rosaleens Fest : Roman

Enright, Anne, 2015
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-421-04700-7
Verfasser Enright, Anne Wikipedia
Beteiligte Personen Oeser, Hans-Christian Wikipedia
Systematik DR - Deutsch Roman
Verlag Dt. Verl.-Anst.
Ort München
Jahr 2015
Umfang 379 S.
Altersbeschränkung keine
Auflage 2. Aufl.
Sprache deutsch
Verfasserangabe Anne Enright. Aus dem Engl. von Hans-Christian Oeser
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Doris Göldner;
Irischer Roman, der von einer Familie mit vier erwachsenen Kindern und ihrer Mutter erzählt, die ein letztes Mal Weihnachten gemeinsam feiern wollen, bevor das alte Haus verkauft wird. (DR)
Der erste Teil des Romans, übertitelt mit "Abschied", beginnt 1980 mit Hanna, der jüngsten Tochter der Familie Madigan, als Protagonistin: Sie muss für die Mutter einen unangenehmen Auftrag ausführen, so wie jedes Familienmitglied auf die eine oder andere Weise für die Bedürfnisse der Mutter eingesetzt und manipuliert wird. Als Hannas Bruder Dan verkündet, dass er Priester werden will, verkriecht sich Mutter Rosaleen mehrere Wochen im Bett, um ihm die Tragweite seiner Entscheidung bewusst zu machen. Dan wird im zweiten Kapitel näher vorgestellt: Er lebt 1991 in der New Yorker Schwulenszene, immer noch in der Vorstellung, er könne zwischen Hetero- und Homosexualität wählen. Das folgende, im Jahr 1997 spielende Kapitel ist Constance gewidmet und erzählt von einer Untersuchung im Krankenhaus wegen Krebsverdacht. Constance ist in der Nähe der Mutter geblieben, auch sie hat vier Kinder, allerdings opfert sie sich für die Familie auf und versucht, ihre persönlichen Probleme allein zu lösen. Im Jahr 2002 lebt Emmet, Rosaleens zweiter Sohn, in Mali und anstatt mit seiner Partnerin ein Kind zu bekommen, nimmt diese einen Straßenköter ins Haus, was in dem afrikanischen Land offensichtlich ein Tabubruch ist und schließlich auch die Trennung von Emmet beschleunigt. Im letzten Teil des ersten Abschnitts wird schließlich Rosaleen vorgestellt, sie will die erwachsenen Kinder zu Weihnachten einladen und sie von der Absicht, das Haus zu verkaufen, in Kenntnis setzen. Dieses Fest, das bei der deutschen Ausgabe titelgebend war, wird im zweiten Teil "Heimkehr" geschildert.
Der erste Teil des Buches wirkt wie eine Sammlung von Kurzgeschichten, die nur lose mit einander verbunden sind. Wenn es wirklich die Absicht der Autorin war (wie der Klappentext nahelegt), das Scheitern der Geschwister in Beruf und Partnerschaft der manipulativen Erziehung der Mutter zuzuschreiben, so wird das psychologisch zu wenig ausgeführt. Im Gegenteil: Im Erzählfluss gibt es merkwürdige Brüche und noch seltsamere Sätze wie: "Er schlief wie ein Schrei" (S. 185). Die breit erzählten homosexuellen Begegnungen oder die unhygienischen Bedingungen bei Amputationen in Afrika haben mit einer intendierten Beschreibung von falscher Erziehung nur wenig zu tun.
Der Roman der vielfach ausgezeichneten irischen Schriftstellerin wird bei LeserInnen, die keine herkömmlich erzählten Familiengeschichten lesen wollen und sich auf den spröden Stil der Autorin einstellen können, gut ankommen. Zumindest literarisch ist er interessant.