Das Ende der Ehe : für eine Revolution der Liebe

Roig, Emilia, 2023
Libresso
Verfügbar Ja (1) Titel ist in dieser Bibliothek verfügbar
Exemplare gesamt 1
Exemplare verliehen 0
Reservierungen 0Reservieren
Medienart Buch
ISBN 978-3-550-20228-5
Verfasser Roig, Emilia Wikipedia
Systematik LH - Lebenshilfe
Schlagworte Ehe, Gesellschaft, Patriarchat
Verlag Ullstein
Ort Berlin
Jahr 2023
Umfang 380 Seiten
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Emilia Roig
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Anna Goiginger;
Solange es die Ehe gibt, ziehen Frauen den Kürzeren eine radikale Geschlechterutopie. (GS)
Die Ehe geht weit über die intime Paarbeziehung hinaus der Staat, die Wirtschaft, die Religion und Kultur wirken alle kräftig mit. Emilia Roig fragt sich deshalb, ob es diesen institutionellen Überbau überhaupt noch brauche, wenn Liebe und Beziehung eine viel intimere Sphäre tangieren. In ihrem Buch geht Roig den Machtmechanismen auf den Grund und präsentiert ihre Erklärung recht eindrücklich: »Das Patriarchat ist keine abstrakte Macht, sondern die konkrete Macht der Männer«. Durch die Ehe wird den Männern Macht übertragen, die sie verständlicherweise nur ungern wieder aufgeben wollen. Die Autorin wagt das Gedankenspiel, wie eine Welt ohne Ehe aussähe, was offenere Beziehungs- und Familienmodelle für Implikationen nach sich zögen. Feminismus liegt Roig am Herzen, sie hat eine ernstgemeinte Agenda, was sich wiederum stark im Aufbau des Buches ausmachen lässt: Einfühlsam-analytisch, an keiner Stelle spöttisch, diskutiert sie die Folgenträchtigkeit der institutionalisierten Beziehungsstrukturen für die Rollenmuster und Familienbilder. Eine unterdrückungsfreie und offene Gesellschaft soll an dessen Ende stehen. Roig schreckt nicht vor radikalen Ideen zurück, sie fordert gar eine »feministische Lohnsteuer«, bei der Geringverdienende Geld erhalten, Großverdiener abgeben. Der Traum des kollegialen Zusammenlebens schwingt über weite Teile des Buches mit wir müssten die Wege des Seins nur neu denken. Roig möchte anecken und gerade unter den patriarchisch geprägten Schichten empören. Das Buch ist unangenehm, besitzt aber einen Mehrwert, da es hinter unsere Muster schaut und Platz macht, neue Denkwege zu gehen.