Schneewittchen

Schneewittchen, 2011
Libresso
Verfügbar Ja (1) Titel ist in dieser Bibliothek verfügbar
Exemplare gesamt 1
Exemplare verliehen 0
Reservierungen 0Reservieren
Medienart Buch
ISBN 978-3-941787-39-1
Beteiligte Personen Grimm, Jacob Wikipedia
Beteiligte Personen Grimm, Wilhelm Wikipedia
Beteiligte Personen Lacombe, Benjamin Wikipedia
Systematik KK - Kinder Kindergarten
Verlag Jacoby und Stuart
Ort Berlin
Jahr 2011
Umfang 32 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Jacob und Wilhelm Grimm. Bilder von Benjamin Lacombe
Illustrationsang zahlr. Ill. (farb.)
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Heidi Lexe;
Jenseits aller Niedlichkeit entsteht eine illustratorisch faszinierende wie herausfordernde Interpretation des klassischen Märchens. (ab 10) (JD)

Das Grimm-Jahr wirft seine Schatten voraus: 2012 jährt sich die Erstveröffentlichung der Kinder- und Hausmärchen zum 200. Mal. Viele der schon bisher erschienenen, hochkünstlerischen Ausgaben haben sich deutlich von deren Hausbuchcharakter wegentwickelt wie von einer primär naiven Rezeption durch kindliche LeserInnen. Bereits am großformatigen Cover deutet der französische Illustrator Benjamin Lacombe mit dem makellos reinen Gesicht des sterbenden Schneewittchens und seinen deutlich gesetzten Rot-Akzenten eine durchaus erotisch unterlegte Version des Märchens an. In der Folge entspinnt sich die Konfrontation der Kindfrau mit den Kräften des Animalischen und mythologisch aufgeladenen Bösen: Einem Medusa-Haupt gleich wird die stolze Königin von Schlangen umspielt und spreizt ihre Pfauenfedern, als sie das Todesurteil über das schöne Schneewittchen spricht. Wie paralysiert wirkt hingegen das schöne Mädchen - weder sich selbst, noch die Welt, in die ihre Schönheit wortwörtlich einfließt, begreifend.
Bereits 2010 wurde der deutschsprachige Raum durch eine von ihm illustrierte Zusammenstellung von Schauergeschichten des Edgar Allan Poe auf Benjamin Lacombe aufmerksam. Hier betont er noch deutlicher das Format und entwirft gemäldeartig seine Szenerien - wobei deren Sogwirkung zuallererst aus Farbgebung und Perspektivierung entsteht. In Varianten von Flaschengrün und Braun nimmt er den dem Märchen innewohnenden Suspense auf und übersteigert ihn, indem der Blick stets bedrohlich auf Schneewittchen und deren aufgerissene Augen (ein Markenzeichen Lacombes) fällt. Eine gerade durch ihr irritierendes Moment faszinierende Interpretation des Märchens. Zu empfehlen ab 10 Jahren sowie für erwachsene Märcheninteressierte, LiebhaberInnen und SammlerInnen.

----
Quelle: STUBE (http://www.stube.at/);
Zwischen den originalen Zeilen der Grimms entfaltet sich eine vielschichtige Bildgestaltung: In farbkräftig glatten Porträts, attribuiert von symbolhaften Tierfiguren, werden die Titelheldin sowie die böse Königin vorgestellt: Während rote Schnäbel junger weißer Tauben mit der intensiven Farbe von Schneewittchens Lippen korrespondieren, deckt sich das Dunkel-Violett der Schwiegermutter mit den geöffneten Mäulern kleiner Schlangen. Im Kontrast dazu stehen handlungszentrierte Illustrationen im Refugium der Zwerge, wo die Bleistiftstriche die Maserung des Gehölzes widerspiegeln. Die Perspektivik dieser opulenten Adaption reicht von weitwinkeligen Totalen, die an Breughelsche Winterlandschaften erinnern, bis hin zu riesigen Detailaufnahmen, die den schicksalshaften Biss in den roten Apfel ins Zentrum rücken.
*STUBE*