Am Sonntag, als das Ei aufging : drei Geschichten

Am Sonntag, als das Ei aufging, 2019
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-7152-0766-7
Beteiligte Personen Pauli, Lorenz Wikipedia
Beteiligte Personen Schärer, Kathrin Wikipedia
Systematik KK - Kinder Kindergarten
Verlag Atlantis
Ort Zürich
Jahr 2019
Umfang circa 112 Seiten
Altersbeschränkung keine
Auflage 1. Auflage
Sprache deutsch
Verfasserangabe Lorenz Pauli ; Kathrin Schärer
Annotation Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Andrea Kromoser;
Die Zusammenarbeit von Lorenz Pauli und Kathrin Schärer ist eine langjährige Bilderbuch-Erfolgsgeschichte. Oma Emma Mama (2010) oder Böse (2016) seien exemplarisch genannt. Große Vorlesefreude bescherten auch Rigo und Rosa. 28 Geschichten aus dem Zoo und dem Leben (2016, wie die davor genannten bei Atlantis). Mit dem neuen Band, einer Sammlung von drei Texten, die als Einzelhefte bereits im SJW Schweizerischen Jugendschriftenwerk erschienen sind, knüpfen die beiden miteinander an die Tradition des fokussierten gemeinsamen Erzählens von Bildern und Texten an. Am Sonntag, als das Ei aufging ist kein Bilderbuch, auch kein Vorlesebuch im engeren Sinn, vielmehr sind diese drei Geschichten Erstlesetexte, die sich an Elementen des Bilderbuches bedienen.
Was für eine Freude, mit dem Bären sein Fest feiern zu dürfen, den kecken Hamster Wanja auf seiner Reise zu begleiten und mit dem Vogel Minu darauf zu warten, wer oder was aus seinem einzigen Ei schlüpft! Wie bei Kathrin Schärer üblich, bietet sie den Tierfiguren eine gute Bühne, um Emotionen durch starke Körpersprache zum Ausdruck zu bringen. Ihre Illustrationen lassen (Weiß)Raum zur Entfaltung der Geschichten als auch Gedankenfreiraum für die Interpretationen der Lesenden bzw. Betrachtenden. Lorenz Paulis Texte sind sowohl pointiert als auch emotional. Schräge Schreckensmomente und eigenwillige Figurenkonstellationen kommen dabei nicht zu kurz. Auch aufgrund der wundervoll übersichtlich im Großdruck gestalteten, kurzen Sätze reiht sich Am Sonntag, als das Ei aufging in die Erstleseliteratur, ohne selbst einer Reihe verpflichtet zu sein. Auch sonst fällt dieser Band dankenswerterweise völlig aus der Reihe, indem er die bereits vor der Schulzeit erworbene Bild- bzw. Bilderbuchlesekompetenz der Erstleser*innen aufnimmt, ernst nimmt und weiter forciert.

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Quelle: LHW.Lesen.Hören.Wissen (http://www.provinz.bz.it/kulturabteilung/bibliotheken/320.asp);
Autor: Martina Koler;
Ein Buch, das aus dem Rahmen fällt: genial in Idee, Text und Illustration. Ein weiteres Meisterwerk des Künstlerduos Lorenz Pauli und Kathrin Schärer. Bereits auf dem Cover sind die fünf Protagonisten der drei Geschichten gut zu erkennen, obwohl sie uns den Rücken zeigen: Igel, Bär, Katze, Vogel und Hamster. Das reich bebilderte Buch ist als Erstlesebuch konzipiert, eignet sich aber auch wunderbar zum Vorlesen und Betrachten mit jüngeren Kindern. Die erste Geschichte - Nach dem Fest - beginnt im Winter. Bär feiert mit seinen Freunden ein Fest. Als dieses zu Ende geht, bleibt er traurig zurück, nur Igel leistet ihm Gesellschaft und versucht ihn zu trösten. Viel zu lange dauert es noch bis zum nächsten Fest! Seite für Seite werden Wochentage, Monate und Jahreszeiten benannt. Am Ende weiß jedes Kind, dass eine Woche sieben Tage, ein Monat mindestens vier Wochen und ein Jahr zwölf Monate hat und dass dies alles 365 lange Tage dauert. Es wird aufgezählt und gerechnet, benannt und im Bild festgehalten. Waldfrüchte werden scheinbar willkürlich und bunt über die Bilder gestreut, ihre Anzahl aber bezieht sich immer auf das im Text Erwähnte. Es darf gezählt und erzählt werden und am Ende sogar geschlafen.
In Wanda will weg findet ein Hamstermädchen einen beschriebenen Zettel. Da es nicht lesen kann, fantasiert es sich einen Text zurecht. Natürlich: Es handelt sich um eine Einladung. Sofort packt es seinen Rucksack und macht sich auf den Weg zu Onkel Jodok. Nach bester Märchenmanier muss es auf seinem Weg viele Abenteuer bestehen und nutzt dabei immer den beschriebenen Zettel. Wanda liest und lügt und alle Tiere nehmen Reißaus. Zurück bleibt nur ein schlauer Hase, der wirklich lesen kann. Ihm kann Wanda nichts vormachen. So wird er zum abenteuerlustigen Reisebegleiter.
Knack. Vogel Minu legt in Eine schlimme Geschichte ein Ei, brütet es aus und ist erstaunt, was daraus schlüpft. Er zieht sein vermeintliches Junges auf, füttert es, singt ihm vor und will ihm gar fliegen lernen. Zur Katastrophe kommt es, als Minus Tante zu Besuch kommt und laut schimpft: "Das ist kein Vogel!". Dann aber geht das Junge eigene Wege, baut ein Nest, legt ein Ei und KNACK beginnt wieder eine neue Geschichte, die die Kinder selbst erfinden dürfen.
Lorenz Pauli ist ein Meister seines Fachs, mit wenigen, punktgenauen Worten und äußerst kurzen Sätzen erzählt er Geschichten, die so spannend sind, dass man beim Umblättern beinah den Atem anhält. Es sind Geschichten, die lehren, ohne zu belehren, die Anfang, Höhepunkt und Ende haben, aber doch offen bleiben, Geschichten, die fantastisch sind und die Fantasie anregen. Die Illustrationen aus der Feder Kathrin Schärers sprechen Bände, ergänzen den Text, greifen voraus, lassen Platz für eigene Gedanken und regen zum Schmunzeln an. Wir begegnen Tieren, die durch Mimik und Gestik bereits viel zu erzählen haben: der trauernde Bär, das forsche Hamstermädchen, der erstaunte Vogel. Sie alle erzählen Geschichten, die menschliche Fragen und Verhaltensweisen widerspiegeln.

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Quelle: Unsere Kinder (http://www.unserekinder.at/);
Autor: Christina Repolust;
Das Buch fällt auf: schmaler als ein Bilderbuch, dicker als ein Standard- Erstlesebuch. Daher: Zugriff, die Meister haben gewerkt. "Nach dem Fest" (2018) ist der Titel der ersten Geschichte, die von der Trauer des Bären und der Neugier des Igels erzählt. Bär hat ein Fest gefeiert, jetzt kommt der Winterschlaf, also die Nacht. Igel und Bär unterhalten sich über die Wochentage, die Monate, all die Zeit, die vergeht, bis Bär wieder aufwacht. Und dann werden Bär und Igel wieder ein Fest feiern. In der Geschichte "Wanda will weg" (2014) narren zwei Tiere die anderen; Fazit: Wer lesen kann, muss nicht alles glauben. Und Notlügen gehen einfach immer.
In "Am Sonntag, als das Ei aufging" knirscht es nur so voll Fantasie - eine Geschichte randvoll mit Möglichkeiten, sie selbst zu erzählen. Der Vogel legt ein Ei, das Wesen, das schlüpft, miaut da muss man nichts mehr dazu sagen.
Wenn Illustrationsmeisterin Kathrin Schärer und Erzählmeister Lorenz Pauli stoppen, packen die Kinder an: Na, wie geht es weiter? Geschichten, die Kinder nicht satt und träge machen, das brauchen Große wie Kleine. Die Fantasie schlägt einen Purzelbaum - ein Schau-Genuss für Kinder ab drei Jahren sowie für LeseanfängerInnen!