Warum der Hase lange Ohren hat

Warum der Hase lange Ohren hat, 1999
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-7072-6600-9
Beteiligte Personen Wolfsgruber, Linda Wikipedia
Beteiligte Personen Auer, Martin Wikipedia
Systematik KK - Kinder Kindergarten
Verlag Gabriel Verl.
Ort Wien
Jahr 1999
Umfang [13] Bl.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe eine Geschichte von Martin Auer, gemalt von Linda Wolfsgruber
Illustrationsang zahlr. Ill. (farb.)
Annotation Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Reinhard Ehgartner;
Ein ausgesprochen bemerkenswertes Bilderbuch über die traditionsreiche Tätigkeit des Ohrenlangziehens.

"Warum der Hase lange Ohren hat, ist leicht erklärt. Der Hasenpapa zieht sie ihm immer lang." Mit diesen beiden Sätzen steckt man mitten drinnen in einem Bilderbuch - und kommt so schnell nicht wieder heraus. Höchstens ein Halbsatz findet sich auf jeder Seite. In dieser Familie wird ja auch nicht viel geredet. Man lebt ein ordentliches Hasenfamilienleben
- und bekommt bei Abweichungen die Ohren lang gezogen. Konsequent. Bis man groß ist und beginnen kann, den anderen die Ohren lang zu ziehen.
Die Funktionsweise solcher genealogischer Gewaltketten ist mittlerweile psychologisches Allgemeinwissen. Die Aufgabe von Literatur und Kunst ist es auch nicht, uns jeweils Neues zu verkünden, sondern Botschaften und Ahnungen in eine Form zu bringen, dass sie treffen. Dieses Bilderbuch kann treffen.
Autor und Illustratorin gehen gleichermaßen subtil an ihr Thema heran. Noch auf der Titelseite lauert die falsche Idylle und auch im Verlauf der Geschichte geben sich Text und Bild gänzlich emotionslos; ganz ohne Wut und Angst und Tränen wird das Verbiegen des kleinen Hasen vorgeführt, der sich vor diesen Misshandlungen nicht verstecken kann.
Die künstlerischen Möglichkeiten Wolfsgrubers sind schon weithin bekannt, und auch hier ist wiederum jedes Bild in seiner Grundidee, seinen Anspielungen und der Bildkomposition bemerkenswert.
Wem nun dieses Buch zu empfehlen sei? Alle BilderbuchlieberhaberInnen werden es finden, und alle ganz ganz ordentlichen Familien sollten es finden.
Lesetipp

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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Inge Cevela;
Ironisierende Bilderbucherzählung zum Thema Erziehung. (JD) (ab 6)

Hasen und lange Ohren gehören zusammen - das weiß schließlich jeder. Kaum jemand weiß allerdings, dass die Länge der Ohren tatsächlich in jahrelanger Erziehungsarbeit erworben werden muss. Martin Auer gleicht diese Wissenslücke mit seiner Geschichte aus: Wenn die kleinen Hasenkinder ungehorsam sind, werden ihnen eben die Ohren lang gezogen ... Schwarze Pädagogik? Nicht, wenn zu Auers Erzählung die kunstvoll ausgefeilten Bilder von Linda Wolfsgruber mitgesehen werden - 'Illustrieren bedeutet in diesem Zusammenhang tatsächlich 'Erhellen. Denn so entdeckt man, dass die klugen Hasenkinder schon bald durchschauen, dass egal wie viel oder was sie angestellt haben, ihnen von heimkehrenden Vätern ohnehin immer die Ohren lang gezogen werden - und schließlich alle Erwachsenen - ob Eltern oder Batman - selber lange Ohren haben. Also bestreiten sie besonders in der Hasenpubertät alle Überschreitungen von erzieherischen Maßnahmen, die letztlich den Prozess des Erwachsenwerdens vorantreiben und irgendwie 'dazugehören: ausgeflippte Kleidung tragen, Zigaretten rauchen, Bier trinken, ... - um schließlich auch den eigenen kleinen Hasenkindern immer aufs Neue die Ohren lang zu ziehen und penibel nachzumessen.
Augenzwinkern, Ironie und wohl auch die Bereitschaft, sich in seiner erzieherischen Autorität hinterfragen zu lassen, und Bereitschaft zum Gespräch werden anspruchsvoll erhoben. Für Kinder ab 6 Jahren gemeinsam mit und besonders für Erwachsene.

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Quelle: Unsere Kinder (http://www.unserekinder.at/);
Autor: Elfie Kainz-Kazda;
Wenn der kleine Hase nicht folgt, zieht ihm der Vater die Ohren lang, und obwohl der kleine Hase dies als ungerecht erlebt, tut er als Erwachsener dasselbe mit seinem Kind! Beinah ohne Emotionen, ohne Schuldzuweisung und ohne Lösung erzählt dieses Bilderbuch von einem anscheinend kaum zu durchbrechenden Verhaltensmuster: Ein Kind, das selbst Gewalt erlebt, wird mit großer Wahrscheinlichkeit zum gewalttätigen Erwachsenen. Ein Buch, das vielleicht eine gute Möglichkeit bietet mit Erwachsenen und Kindern über das Erleben von (körperlicher) Strafe ins Gespräch zu kommen.