Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte

Baltscheit, Martin, 2002
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-907588-36-9
Verfasser Baltscheit, Martin Wikipedia
Systematik KK - Kinder Kindergarten
Schlagworte Löwe, Lesenlernen, Liebesbrief, Schreibenlernen
Verlag Palazzo
Ort Zürich
Jahr 2002
Umfang [18] Bl.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Martin Baltscheit
Illustrationsang durchg. Ill. (farb.)
Annotation Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Silke Rabus;
Annotation: Die wunderbare Bilderbuchgeschichte eines eingebildeten Löwen, der aus Liebe zu einer schönen Löwin das Lesen und Schreiben lernt.
Rezension: Wow, was für einen Prachtkerl von Löwen haben wir denn da?! Schreiben kann er zwar nicht, dafür aber mächtig laut brüllen und seine blitzenden Zähne zeigen! Und mehr, da ist er sich sicher, braucht er auch nicht! Bis er sich eines Tages in diese wunderschöne Löwin verliebt: supercoole Sonnenbrille, elegante Figur, entzückendes Lächeln
Mit ungemeinem Gespür für das seinen Protagonisten innewohnende Potential an Komik schreibt und illustriert der eigentlich aus dem Comicmilieu stammende Martin Baltscheit eine kleine und doch ganz große Bilderbuchgeschichte über die Liebe - die natürlich auch als eine Parabel über Sinn und Nutzen des Lesen- und Schreibenkönnens verstanden werden kann. Denn - und das irritiert den Löwen gewaltig! - die begehrte Löwin ist nicht nur schön, sondern sie liest auch in einem Buch. Das wiederum heißt: Sie ist eine Dame. Und einer Dame schreibt man Briefe. (Das hat der Löwe übrigens von einem Missionar gelernt, den er mal gefressen hat.)
Damit beginnt ein außerordentlich amüsanter Reigen aus leicht variierten und mit herrlich bunt-plakativen Bildern versehenen Episoden, in denen der analphabetische König der Tiere seine Untertanen Briefe an die Löwin entwerfen lässt. Dass in diesen - zwar formal, aber keineswegs inhaltlich stimmigen - Briefen natürlich nie drinsteht, was der Löwe eigentlich sagen will, macht den Reiz des durch wunderbar lebendige Dialoge bestechenden Textes aus. Und wenn am Ende dieses köstlichen, lustvoll mit unterschiedlichen Schriftgrößen und -farben spielenden Bilderbuchs eine große Liebe ihren Anfang nimmt, dann hat der Autor zumindest eine Leserin sehr glücklich gemacht!
Lesetipp

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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Heidi Lexe;
Wie erobert man eine Leserin, wenn man nicht schreiben kann? (ab 4) (JD)

Nun, was nutzt einem die gute alte Erkenntnis, dass die Frauen es wert sind, umworben zu werden, wenn dazu die einschlägigen Techniken fehlen? Da hat einer die anachronistische Idee, über die Angebetete nicht gleich herzufallen, sondern sich per Brief zu offenbaren - und dann kann er nicht schreiben!? Ja, irgendwas war dran, an diesem PISA-Ding, auch wenn es sich hier um einen Löwen im artgerechten Ambiente handelt: Zwar wird sein Lebensumfeld illustratorisch nur sehr ausschnitthaft vorgeführt; die Freunde, um deren Hilfe er bittet, unterstreichen jedoch die Zivilisationsferne; Affe, Giraffe, Nilpferd, Geier und anderes Savannengetier wird farbintensiv und ohne viel Schnickschnack in den zumeist leeren Raum gesetzt. Doch deren Ergüsse, die sich auf coole, den Interessen der jeweiligen Art entsprechende Statements beschränken, helfen dem Löwen werbe-technisch gesehen nicht weiter. Müssen halt wieder mal die Frauen ran und die Sache ihrerseits aktiv regeln... Sehr schön gemacht ist die schlichte, pointiert erzählte Geschichte formal: Unterschiedliche Farben im Schriftsatz sowie die Gesamtgestaltung des Buches als Brief betonen Buchcharakter und Buchästhetik. Empfehlenswert ab 4 Jahren.

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Quelle: Unsere Kinder (http://www.unserekinder.at/);
Oh ja, er ist ein Löwe zum Verlieben! Denn er kann brüllen und Zähne zeigen. Mehr braucht kein Löwe. Oder doch? Diese Frage stellt sich, als unser prächtiger Löwe eine Löwin trifft, die liest ... Einer lesenden Löwendame schreibt man einen Brief, anstatt sie einfach zu küssen. Das hat der Löwe einst von einem Missionar erfahren. Doch der Löwe kann nicht schreiben. Also befiehlt er anderen Tieren, die aber ihrer eigenen Welt verhaftet sind, für ihn einen Brief zu schreiben. Der Affe lädt die Löwin prompt zum Bananenschmaus. Der Löwe ist entsetzt. Das Nilpferd schwärmt vom Algentauchen, der Mistkäfer hüllt den Brief in unvergleichliches Parfüm. Auch Giraffe und Krokodil sind absolut unfähig, den richtigen Brief zu schreiben.
Schließlich reicht es dem Löwen und er brüllt all die wunderbaren Dinge, die er schreiben würde, wenn er könnte. Da steht plötzlich die wunderschöne Löwendame da und erkundigt sich nach dem Anlass der Brüllerei. Leise gesteht der Löwe seine Unfähigkeit. Da lächelt die Löwin, stupst den Löwen mit der Nase und nimmt ihn mit. Wohin, sei hier nicht verraten.
Ein wunderbares Bilderbuch voller Zauber und Charme über die Liebe und die Magie des geschriebenen Wortes, das ich hiermit zur Pflichtlektüre für alle Kinder ab 4 Jahren und alle Erwachsenen, die an die Macht der Liebe und des Wortes glauben, erkläre.
UK Elfie Kainz-Kazda