Essen Tote Erdbeerkuchen?

Eichinger, Rosemarie, 2013
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-7026-5854-0
Verfasser Eichinger, Rosemarie Wikipedia
Systematik KI - Kinder
Verlag Jungbrunnen
Ort Wien
Jahr 2013
Umfang 117 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Rosemarie Eichinger
Annotation Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Marie-Thérèse Schins;
Über den Beruf der Bestatter gibt es für Kinder so gut wie gar nichts auf dem Buchmarkt. 2012 erschien mit Radieschen von unten (Kim Fupz Aakeson/Kamila Slocinska) ein gelungener Versuch, diesen Beruf in einer ungewöhnlichen Kombination aus Bild und knappen Texten ganz aus der Sicht des Bestatters zu verpacken.
Jetzt liegt der Titel Essen Tote Erdbeerkuchen? vor. Emma, Tochter des allein erziehenden Totengräbers, wächst direkt im kleinen, gemütlichen Haus an der Friedhofsmauer auf. Ihr Vater ist ein liebenswerter, verständnisvoller Mann, der seine eigenwillige Tochter mit großer Selbstverständlichkeit mit dem Endgültigen eines jeden Menschen vertraut macht. Emma kennt den Friedhof und alles, was damit zusammenhängt, wie ihre Westentasche, die Gruft der Familie Goldberg, deren Familienmitglieder dort schon seit dem 19. Jahrhundert beigesetzt werden, ist ihr Lieblingsplatz. Die Vorliebe für alles, was auf dem Friedhof passiert, ist ungewöhnlich für ein junges Mädchen, aber genau das gibt der Autorin die Möglichkeit, aus der Sicht dieses besonderen Kindes mit viel Humor den Alltag eines Totengräbers und seiner Tochter zu vermitteln. Die Sozialarbeiterin vom Jugendamt versucht allerdings dem Vater Vernachlässigung seiner Tochter unterzuschieben.
Doch dann ist plötzlich ein Junge da: Peter. Er besucht jeden Tag seinen verstorbenen Zwillingsbruder Martin und ist wie erstarrt. Das möchte Emma ändern, und sie schafft es tatsächlich. Das Blatt wendet sich: Für den Vater, die Sozialarbeiterin, Emma und Peter. Nicht alles soll verraten werden von diesem wunderbaren, leicht geschrieben Roman für Menschen aller Altersstufen zu einem sehr schwierigen Thema. Ich habe das Buch mit allergrößtem Vergnügen gelesen und bewundere die Autorin, die diese spannende Geschichte voller Überraschungen mit erfrischenden Dialogen über Sterben, Tod, Trauer und Liebe so temperamentvoll aufgeschrieben hat. Sie wird vielen Kindern (und Erwachsenen!) die Angst vor Friedhöfen nehmen können!
FOLDER ÖKJB-Preis 2014: Der Tod und die Toten sind der zwölfjährigen Emma stets nah, denn ihr Vater ist Totengräber und Friedhofsgärtner. Vom Fenster ihres Zimmers aus kann sie auf Gräber blicken, der Friedhof ist ihr Spielplatz und Rückzugsort und über Begräbnisrituale und Totenkulte weiß sie bestens Bescheid. Kaum etwas weiß sie aber zunächst über Peter, der plötzlich Tag für Tag auf dem Friedhof auftaucht, völlig versunken in die Trauer um seinen verstorbenen Zwillingsbruder... Rosemarie Eichingers beeindruckender Kinderroman erzählt ernst und doch auch leicht und locker von einer ungewöhnlichen Freundschaft. In einer spannenden Geschichte voller Überraschungen sprechen die beiden Kinder allmählich über Trauer und Liebe, über ihre Familie und ihr Leben. An einem ungewöhnlichen Schauplatz, der hier kein düsterer Ort ist, sondern ein Raum der Geborgenheit.

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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Elisabeth Humberger;
Emma lebt an einem außergewöhnlichen Ort, dem Friedhof. (ab 9) (JE)
Emma, ein zwölfjähriges Mädchen, lebt mit ihrem Vater auf dem Friedhof, also nicht direkt, sondern außerhalb der Mauer, ganz nahe dran. Grund für diesen ungewöhnlichen Wohnort ist der Beruf ihres Vaters, er ist Totengräber. Früher war er Schiffskoch und deshalb beglückt er Emma mit allerlei exotischen Gerichten, damit sie herausfindet, wie die Welt schmeckt: von Bouillabaisse bis Heuschrecken. Über Emma wird viel geredet, unter anderem weil sie mit den Toten spricht. Sie kennt alle Gräber, legt Chroniken an und schreibt Tagebuch. Emma ist eine Außenseiterin. Doch da taucht plötzlich Peter am Friedhof auf, dessen Zwillingsbruder verstorben ist. Die beiden lernen sich kennen und Emma hilft ihm, mit seiner Trauer umzugehen. Weil mit dem Tod kennt Emma sich aus, darin ist sie eine Expertin.
Rosemarie Eichinger gelingt es, auf leichte und heitere Weise den Handlungsort Friedhof als Spiel- und Lebensraum und die Themen Tod, Trauerarbeit, Außenseitertum und Freundschaft darzustellen. Ganz nebenbei erfährt man viel Wissenswertes über historische Bestattungsrituale, griechische Mythologie oder über die Arbeit eines Totengräbers. Dieser realistische Kinderroman erlaubt es, mit der phantasiebegabten Emma einen völlig unängstlichen, tabulosen Blick in Grüfte und auf Gräber zu richten. Sie zeigt auch, auf welch liebevolle Weise Tote - geliebte wie unbekannte - in den Alltag integriert werden können und welch lebensbejahende Wirkung Freundschaften haben. Eine Bereicherung für jedes Bibliotheksregal!

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Quelle: STUBE (http://www.stube.at/);
Der Tod ist ein vielbemühter Topos der Kinderliteratur seine konkrete Verortung aber weniger. Umso überzeugender ist Rosemarie Eichingers Kinderroman, der vom Friedhof und den dort angesiedelten durchaus auch lebendigen Menschen
erzählt: Emmas alleinerziehender Vater ist Friedhofsgärtner und Totengräber; beide
bewohnen ein kleines, an der Friedhofsmauer gelegenes Haus. In makaber-schöner
Sprache wird jene ganz pragmatische Perspektive auf den Tod ebenso eingenommen,
wie der emotionale Blick. Vor allem dann, als Emma auf Peter trifft, der um seinen Zwillingsbruder trauert und beide Außenseiterfiguren einander ein Stück weit begleiten.
*STUBE*