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KI
Wel
Dr. Chickensoup
Welsh, Renate, 2011| Libresso | |
| Verfügbar |
Ja (1)
|
| Exemplare gesamt | 1 |
| Exemplare verliehen | 0 |
| Reservierungen | 0Reservieren |
| Medienart | Buch |
| ISBN | 978-3-7017-2099-6 |
| Verfasser | Welsh, Renate
|
| Beteiligte Personen | Grünstich, Friederike
|
| Systematik | KI - Kinder |
| Verlag | Nilpferd in Residenz |
| Ort | St. Pölten |
| Jahr | 2011 |
| Umfang | 143 S. |
| Altersbeschränkung | keine |
| Sprache | deutsch |
| Verfasserangabe | Renate Welsh. Mit Bildern von Friederike Grünstich |
| Illustrationsang | Ill. |
| Annotation | Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/); Autor: Christina Rademacher; Annotation: Seitdem der Vater die Familie verlassen hat, sitzen Julia und ihre Mutter in der Armutsfalle. Durch neue Freundschaften schöpfen sie wieder Mut. Rezension: Wenn eine Familie zerbricht, steigt das Armutsrisiko signifikant. Renate Welsh, Spezialistin für sensible Porträts von Mädchen und Frauen in schwierigen Lebenssituationen, gibt diesem statistischen Zusammenhang in ihrem neuen Roman das Gesicht von Julia. Seitdem der Vater die Familie verlassen hat, ist sie von vielem ausgeschlossen. Schwimmbadbesuche, Geburtstagsgeschenke oder Handschuhe ohne das kindische Band - all das kostet Geld, das die Mutter nicht hat. Auch wenn sie eines Abends mit blau lackierten Fingernägeln nach Hause kommt, auf die kleine weiße Blümchen gemalt worden sind. "Das sei einfach so im Vorübergehen passiert. Und schließlich habe sie doch bitte schön das Recht, sich ab und zu etwas zu gönnen, oder etwa nicht?" Der Vater fort, die Mutter mit der Situation überfordert: Gut, dass es wenigstens die Nachbarin gibt, die Julia ab und zu zum Mittagessen einlädt. Bei ihr kann Julia sich fallen lassen, während von ihrer Oma zwar Hilfen wie Handywertkarten und Hühnersuppen, aber auch ständige Vorwürfe kommen, die die familiäre Finanzkrise noch verschärfen: Wie ein trotziges Kleinkind verweigert Julias Mutter jegliche Einsicht. Die starren Fronten werden erst aufgeweicht, als die Mutter den ebenfalls mittellosen, aber sehr bodenständigen Marcel trifft und neuen Lebensmut gewinnt. Und auch Julia findet in ihrer neuen Klassenkollegin Leyla nicht nur eine Freundin, sondern durch sie auch den Mut, in der Schule endlich ehrlich zu sagen, dass ihr das Geld für vieles fehlt. Und plötzlich trauen sich auch die anderen zu erzählen, welche Probleme es bei ihnen zu Hause gibt. Hühnersuppe ist gut, Ehrlichkeit und Freundschaft sind besser: In einem wärmeren sozialen Klima verschwinden Probleme zwar nicht von selbst, doch fühlt man sich zumindest nicht mehr so allein mit ihnen. Nicht so recht zu der Ernsthaftigkeit, mit der Renate Welsh das Thema angegangen ist und die auch Julia auszeichnet, passen Friederike Grünstichs comicartige Illustrationen. Mit der kindlichen Strichführung wirken sie wie eben mal hingekritzelt - und damit wie ein Zugeständnis an einen von "Gregs Tagebuch" geprägten Zeitgeschmack. ---- Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); Autor: Christina Repolust; Armut hat viele Gesichter und manche Masken. (ab 10) (JE) Julia will eigentlich nicht lügen. Am liebsten wäre ihr, Mama und Großmutter würden sich verstehen und Mama würde nicht ausflippen, wenn sie Geld für den Schulausflug oder Kopien in der Schule braucht. Julia lügt, wenn die Rede der Mitschüler auf Laptops, Geburtstagsgeschenke und andere Investitionen kommt. Mama ist überfordert, das erkennt die Schülerin und deckt ihre Mutter vor den strengen Urteilen der Großmutter: Nein, Mama hat nichts falsch gemacht. Ja, Papa war wohl nicht redlich mit dem Geld, daher muss Mama seine Schulden abzahlen. Jung und ohne Schulabschluss, das war Julias Mama, als sie sich verliebte und schwanger wurde. Dass alle Großmütter der Welt ihre Geheimnisse zur kleinen Weltrettung haben, u. a. die Zubereitung einer ordentlichen Hühner- oder einer Dr. Chickensoup, ist einer der stärkenden Aspekte der Geschichte. Renate Welsh greift das Thema "Armutsgrenze" am Beispiel eines betroffenen Mädchens auf. Sie löst die Probleme nicht, zeigt aber, wie Julia beim Zusammenbruch der Mutter auf einmal versteht, dass Schweigen und Verschweigen den Druck nicht verringern: Sie bricht ihr Schweigen, spricht offen mit der Großmutter und mit ihren Klassenkameraden. Armut hat auf einmal auch andere Gesichter, die sozialen Hängematten stehen noch immer nicht in den Gemeindegärten und Sozialschmarotzer sind in diesem Roman ebenfalls keine aufgetreten. Ein wichtiger Roman, ohne Sozialromantik, heftig und eindringlich: Allen Bibliotheken sehr zu empfehlen. ---- Quelle: STUBE (http://www.stube.at/); In Julias sozialem Gefüge gibt es viele Berührungspunkte mit sozialer Not: Die Mutter, die ihren Job verliert und damit noch weniger Geld hat, die Oma, die sich anstrengend einmischt oder Leyla, die erst Deutsch lernen muss. Julia nimmt sich ihrer an und die daraus resultierende Sprachreflexion zwingt sie dazu, die Wörter "ganz genau anzuschauen, wie man's sonst nie tut" und anderen zu zeigen, dass Österreich nicht immer so reich ist. Armut wird hier gelöst von Überzeichnung einerseits, andererseits von reiner Materialität. Denn Julias Umfeld macht deutlich, dass "jeder sein Binkerl zu tragen hat" - und der Roman, dass dieses leichter wird, wenn man es (wie Hühnersuppe) teilt. *STUBE* |