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KK
Rit
Rita : das Mädchen mit der roten Badekappe
Rita, 2012| Libresso | |
| Verfügbar |
Ja (1)
|
| Exemplare gesamt | 1 |
| Exemplare verliehen | 0 |
| Reservierungen | 0Reservieren |
| Medienart | Buch |
| ISBN | 978-3-8270-5501-9 |
| Beteiligte Personen | Janisch, Heinz
|
| Beteiligte Personen | Godon, Ingrid
|
| Systematik | KK - Kinder Kindergarten |
| Verlag | Bloomsbury |
| Ort | Berlin |
| Jahr | 2012 |
| Umfang | [13] Bl. |
| Altersbeschränkung | keine |
| Sprache | deutsch |
| Verfasserangabe | Heinz Janisch. Ingrid Godon |
| Illustrationsang | überw. Ill. (farb.) |
| Annotation | Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html); Autor: Elisabeth Zehetmayer; Abgrund als Ausblick: Eine stille, bezaubernde Bilderbuchgeschichte von schlichter Schönheit mit einer starken Botschaft. (ab 4) (JD) Der namenlose, die Position eines zunächst unbeteiligten Beobachters einnehmende Ich-Erzähler, ein kleiner Junge, hat schon viel gesehen in seinem Leben. Doch ob Matrose, Luftschiff, Labyrinth, Seiltänzer oder Achterbahn, nichts davon hat ihn so nachhaltig beeindruckt und berührt wie Rita, das Mädchen mit der roten Badekappe: Da steht sie am äußersten Rand des Dreimeterbretts, ihren vorsichtig abschätzenden Blick unverwandt in die unergründliche, ehrfurchtgebietende Tiefe des öffentlichen Schwimmbads gerichtet. Schon vibriert das sich in schwindelerregender Höhe befindliche Brett bedrohlich auf und ab. Springen oder Nicht-Springen? Das ist hier die Frage... Augenblicklich empfindet die mittlerweile erwachsene Rezensentin Solidarität mit der kleinen Heldin. Der bloße Gedanke an die Sprungbretter des örtlichen Kongressbads aus Kindertagen sorgt bei ihr heute noch für weiche Knie, schweißnasse Hände und Herzflattern. Rita, dem Mädchen mit der roten Badekappe, geht es scheinbar genau so! Doch Rita ist ein besonders kluges, tapferes Mädchen, das höchst überlegt und selbstbestimmt handelt. Mit großer Gelassenheit entscheidet sie sich für eine scheinbar simple Lösung, um ins Wasser zu gelangen, und lässt sich in keiner Sekunde vom diffamierenden Zuruf eines Altersgenossen ins Bockshorn jagen. Ihre Reaktion ist vorbildlich, beherzt und unerwartet. Die in Flandern geborene, international bekannte Illustratorin und Grafikerin Ingrid Godon versteht es meisterhaft, die leise Poesie des sich stark zurücknehmenden, gekonnt mit Zwischentönen spielenden Textes von Heinz Janisch atmosphärisch dicht, mit feinem Strich in filigrane Bilder umzusetzen. Voll fröhlicher Zuversicht leuchtet das Tomatenrot von Ritas Badehaube aus den ansonsten sehr gedeckt gehaltenen, leicht melancholisch wirkenden Illustrationen in pastelligen Sand-, Grün-, Grauschattierungen hervor. Ein zartes, harmonisch durchkomponiertes Bilderbuch über die sanfte Art, Mut zu zeigen, und über die hohe Kunst, zu seinen Schwächen zu stehen und dabei seine wahren Stärken zu entdecken. Sportmuffeln wie SchwimmanfängerInnen, kleinen LeserInnen mit wenig Selbstvertrauen oder dem Herzen eines Raubtiers, ihnen allen sei dieser leise literarische Wellenschlag voller Weisheit nachdrücklich empfohlen - zum Abtauchen schön! ---- Quelle: STUBE (http://www.stube.at/); Bevor man Rita trifft, stellt einem der auktorial-personale Erzähler andere Figuren bzw. Elemente seiner Welt vor: Einen Matrosen, Luftschiffe, ein Labyrinth, einen Seiltänzer, eine Achterbahn. Allen gemeinsam ist das Motiv des Mutig-Seins: In die weite Welt ausziehen, sich in höhere Gefilde aufzuschwingen, das Risiko sich zu verlaufen, abzustürzen oder schwindelig zu werden. Was das mit Rita, dem "Mädchen mit der roten Badekappe" auf dem Sprungturm im öffentlichen Schwimmbad zu tun hat? So viel sei verraten: "Fische springen nicht von Türmen" Die aufs Wesentliche reduzierte Geschichte erzählt mit wenigen Worten worin Ritas Tapferkeit letztendlich besteht. Unterstützt wird der zerbrechlich wirkende Erzählgestus von demenentsprechenden Illustrationen: Collagenhaft und mit einfachen Strichen breitet sich die grün-türkisfarbene Welt, in der Ritas rote Badekappe komplementärfarben hervorblitzt, vor einem aus. Da scheint es nur passend, dass das Seil des Seiltänzers bleistiftdünn ist und die Achterbahn die Bildgrenzen sprengt, bevor Rita sich auf der letzten Seite in einer sequentiellen Bildabfolge noch ein letztes Mal zeigt! *Elisabeth von Leon / STUBE* Bevor man Rita trifft, stellt der Erzähler andere Figuren und Elemente seiner Welt vor: Einen Matrosen, Luftschiffe, ein Labyrinth, einen Seiltänzer, eine Achterbahn. Allen gemeinsam ist das Motiv des Mutig-Seins: In die weite Welt auszuziehen, sich in höhere Gefilde aufzuschwingen, das Risiko sich zu verlaufen, abzustürzen oder schwindelig zu werden. Was das mit Rita, dem Mädchen mit der roten Badekappe, auf dem Sprungturm im öffentlichen Schwimmbad zu tun hat? So viel sei verraten: Fische springen nicht von Türmen. Die aufs Wesentliche reduzierte Geschichte erzählt mit wenigen Worten, worin Ritas Tapferkeit letztendlich besteht. Unterstützt wird der zerbrechlich wirkende Erzählgestus von dementsprechenden Illustrationen: Collagenhaft und mit einfachen Strichen breitet sich die grün-türkisfarbene Welt, in der Ritas rote Badekappe hervor blitzt, aus. *STUBE* Mut. Für viele ein schwieriges Wort und eine noch viel schwierigere Tat: Mut zu beweisen. Wie wird Mut aber definiert und wer kann mutig sein? Diese Frage stellt Heinz Janisch von der ersten Seite an seinen LeserInnen. Trotz des Titels "Rita. Das Mädchen mit der roten Badekappe" ist in den Illustrationen von Ingrid Godon aber seitenweise kein Mädchen sichtbar geschweige denn eines mit einer roten Badekappe. Stattdessen trifft man auf einen Matrosen an einem Kai, zwei Zeppeline am dunkelgrauen Himmel, ein Labyrinth, einen Seiltänzer und eine Achterbahn. Dann erst kommt Rita. Vorher aber stellt sich die Frage, was die ersten fünf Motive miteinander verbindet: Mut. So scheint der blau-grau schattierte Matrose voller Furchtlosigkeit und Hoffnung, wenn er einsam am Pier steht und aufs Meer hinausblickt ungeachtet der dort möglichweise lauernden Gefahren. Die angedeuteten Wellen und die Bewegungslinien an der Figur selbst sorgen dabei für die nötige Unruhe und Aufbruchsstimmung. Dieser entgegen gesetzt werden auf der folgenden Doppelseite zwei riesige Zeppeline über der (Groß-) Stadt. Obwohl im Text nur von einem Luftschiff die Rede ist, verdoppelt es sich auf der Bildebene. Und so schweben zwei Luftschiffe ruhig und dominant durch das Bild, warnen vor der Gefahr der Höhe und der Angst zu fallen. Wer dort oben mitfliegt, der braucht Mut. Den braucht man(n) bzw. auch das kleine Mädchen im roten Kleid, wenn es sich in das große Labyrinth auf der nächsten Seite aufmacht. Das Ganze erinnert dabei ein bisschen an Alices Abenteuer im Wunderland, wenn mitten im Irrgarten ein Loch im Boden mit einer Leiter darin (auf sie?) wartet. Eine Leiter, die die Bildgrenzen sprengt und auf die nächste Seite drängt, um dort quasi fortgesetzt zu werden. Fortgesetzt von zwei Leitern, die das Seil des Seiltänzers spannen. Dieser balanciert wagemutig und dank der erneut gekonnt gesetzten Bewegungslinien offensichtlich schwankend vor einem zirkusartig gestreiften Hintergrund. Die Farben, anfangs noch verhalten und gräulich vernebelt, beginnen stärker zu werden. Und so leuchtet auch das Gerüst der Achterbahn auf den nächsten Seiten in dunkelrot und pink. Die einzelnen Fahrspuren der Jahrmarktsattraktion wirken wie ein einziges Strich- Kuddelmuddel. Eine einsame Bahn führt aus dem Bildrahmen hinaus und transportiert einen Jungen in seinem Waggon über die Abgründe. Wer sich so etwas traut, muss mutig sein! Warum aber Rita, das Mädchen mit der roten Badekappe, das man nach erneutem Umblättern kennenlernt, in dieses Schema passt, ist nicht gleich klar. Dabei sagt der auktorial-personale Erzähler sogar, dass nichts von all den bisherigen Dingen ihn so beeindruckt, wie eben diese Rita, die er gerade beobachtet. Rita, die vom gewagten Drei-Meter-Brett aufs Ein-Meter-Brett und schließlich auf den Beckenrand herunter klettert, vom dem aus sie ins Wasser gleitet. Die aufs Wesentliche reduzierte Geschichte erzählt 94e mit wenigen Worten worin Ritas Tapferkeit letztendlich besteht. Unterstützt wird der Erzählgestus von demenentsprechenden Illustrationen: Collagenhaft und mit einfachen Strichen breitet sich die grün-türkisfarbene Welt, in der Ritas rote Badekappe komplementär-farben und geradezu neckisch hervorblitzt, vor einem aus. Feige, springt die nicht mal vom Ein-Meter-Brett, denkt sich der Junge in der grünen Badehose, der die ganze Szenerie neben dem Erzähler beobachtet hat und ruft: "Feigling!" Rita aber sieht ihn bloß kurz an und meint: "Fische springen nicht von Türmen" und dafür braucht es gleich doppelt Mut. Kröte des Monats *STUBE* Elisabeth von Leon |