Lesebuch zur Weltgeschichte

Mai, Manfred, 2005
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-446-20447-8
Verfasser Mai, Manfred Wikipedia
Systematik GK20 - Geschichte 20./21.Jhdt.
Schlagworte Weltgeschichte
Verlag Hanser
Ort München
Jahr 2005
Umfang 318 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Manfred Mai
Annotation Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Franz Derdak;
Schlichte Aneinanderreihung von Textausschnitten ergibt noch kein sinnvolles Geschichtslesewerk (ab 14)
Zur "Weltgeschichte" dieses Autors, so wird auf dem hinteren Einbanddeckel inseriert, konnte man in der deutschen Wochenzeitung "Die Zeit" lesen: "Dieses Buch gehört in die Hand eines jeden Schülers." Soll sein - für das vorliegende Lesebuch würde ich das nie zu behaupten wagen.
Ich erinnere mich an eine Debatte im Geschichtsunterricht meiner Schulzeit, 4.Klasse (8.Schulstufe): Wir forderten, die Geschichtsdarstellungen in ihrer Käuflichkeit diskreditiert sehend, den Ersatz der Geschichtsbücher durch - objektiv erscheinende - Quellensammlungen, um daraus eigenverantwortlich selbst die die Not wendenden ("aus der Geschichte lernen"!) Schlüsse zu ziehen. (Leider wurde uns dann die Unüberschaubarkeit der als Quelle zu geltenden Informationen bewusst gemacht ...)
Was versucht nun Manfred Mai hier - alternativ zu schulischen Geschichtslehrbüchern? Um den neuen Buchblock zu schonen, schlage ich ihn bibliophil habitualisiert gleichmäßig etwa in der Mitte auf: S. 143: Abschnitt 19: Frank Niess: Am Anfang war Kolumbus. Was ist das für eine Textsorte? Selbst die Bibliographie verrät es nicht. Anderes Beispiel: S. 279: Alexander Solschenizyn: Der Archipel Gulag. Gulag? ("Glavnoe upravlenie lagerej" samt erläuternder Übersetzung fehlt - ebenso bei "MWD", "GPU", "KGB", "NKWD" etc.) Vielleicht sind manche schulische Geschichtsbücher repetitorienhaft in Ploetz-Manier auf Zeitleisten reduziert, die zum Leben durch Lesbar-Nachvollziehbares und Erzählendes erweckt werden müssen? Allerdings gelingt das durch die in diesem Lesebuch versammelten kurzen Textfragmente schwer realisierbar aneinandergemischter unterschiedlicher Textsorten (samt zum Teil fraglichen Geschichtsbildern) kaum. Weitaus umfassender und praktikabler sind die Historie erläuternde Texte etwa in der "Microsoft-Encarta" als Quellentexte o. ä. enthalten - und sie können noch dazu in eigenen Arbeiten zitatmäßig (fehlerlos!) kopiert, verarbeitet und somit tatsächlich rezipiert werden. Ich würde sogar noch weiter gehen und behaupten, dass auf diese Weise elektronisch Geschichts- und vor allem Politikverständnis eher internalisiert werden könnte: Grundsätzliches z. B. findet sich in der "Encarta" (samt wissensmäßiger und vernetzter Einbettung), ergänzende tantiemenfreie Texte bei "gutenberg.de", Aktuelles aus den Internetpräsentationen verschiedener (sic!) Tageszeitungen (samt deren Archiv). Ohne die geringste elektronische Vernetzung sind Sachtexte wohl kaum mehr vertretbar, was bei schulischen Lehrbüchern schon längst erkannt wurde. Dabei sollten sich Sachbücher noch höheren Ansprüchen stellen: "Die Chance des Sachbuchs, das weder Schulbuch sein will noch mag, liegt darin, dass es sowohl den unangenehmen, motivationshemmenden Geruch von Schule und Schulbuch niederzuhalten vermag [...], als auch individuelle Interessen und Fragestellungen wecken bzw. fördern kann", schrieb kürzlich Ekkehard Ossowski über das geschichtliche Sachbuch (15.Beiheft zu "Beiträge Jugendliteratur und Medien", 2004, S. 94). Für eine "Weltgeschichte in Geschichten", wie der vorliegende Band auf dem Umschlagtext charakterisiert wird, ist er leider zu mangelhaft - unhöflich gesprochen erinnert er bedauerlicherweise eher an eine billige Geschichtsklitterung.

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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Eva Moser-Reitsamer;
Sammlung von Texten zur Weltgeschichte - für Jugendliche ab 14 und Erwachsene. (GE) *

Als Ergänzung zu Manfred Mais "Weltgeschichte" ist dieses Lesebuch gedacht. Der Autor hat exemplarisch zu den wichtigsten Stationen der Weltgeschichte Texte gesammelt, die teils über eine Epoche oder ein Ereignis berichten oder die als bedeutendes Zeugnis ihrer Zeit betrachtet werden können. Dabei wird Geschichte aus der Perspektive von Menschen gesehen und nicht als Abfolge von Kriegen oder politischen Entscheidungen. Tacitus´ Beschreibung Germaniens, Martin Luthers Rede auf dem Reichstag zu Worms, das Manifest der kommunistischen Partei oder Auszüge aus Bibel und Koran geben Einblick in ihre Epoche. Junge LeserInnen erfahren etwas über Rom aus der Sicht der aufständischen Sklaven um Spartakus. Der Wahnsinn der Weltkriege lässt sich in einem Kapitel aus Remarques "Im Westen nichts Neues" hautnah nachvollziehen. Die kurze Einführung vor jedem Beitrag hilft, sich ein wenig zu orientieren. Dem Autor ist eine hochinteressante Sammlung von Zeitzeugnissen gelungen, für Jugendliche ist diese allerdings keine leichte Kost, eine gezielte Hinführung, etwa durch den Unterricht, wäre sinnvoll. Auch für Bibliotheken sehr zu empfehlen.