Kill

Wahl, Mats, 2005
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-446-20608-3
Verfasser Wahl, Mats Wikipedia
Systematik JR - Jugend Roman
Schlagworte Krimi, Jugendkrimi
Verlag Hanser
Ort München
Jahr 2005
Umfang 262 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Mats Wahl
Annotation Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Bernadette Bullinger;
Schüsse in einer schwedischen Schule: Kommissar Fors forscht unter diesen tragischen Umständen nach dem Täter, einem Kind? (ab 12)
Rezension: "Jedes Kunstwerk ist eine nicht begangene Untat." Meint Adorno. Kommissar Fors beschäftigen die begangenen Untaten allerdings mehr. Schon allein, weil er selbst Opfer eines Überfalls wird. Drei Jugendliche rauben ihm Geld und Dienstwaffe. Der Fall, mit dem er kurz darauf betraut wird, entwickelt neben der menschlichen Tragödie für Fors eine Dimension der persönlichen Betroffenheit: In einer Schule sterben durch die Hand eines unbekannten Täters drei Kinder, als Tatwaffe kann Fors entwendete Pistole nicht ausgeschlossen werden.
Die Ähnlichkeit zu den Schüssen an der Columbine High im April 1999 ist durchaus beabsichtigt und bietet dem Autor - in seinem nunmehr bereits dritten Krimi rund um Kommissar Fors - die Möglichkeit, , eine aktuelle Problematik aufzugreifen. Die Bereitschaft zu Gewalt - und sei es auch "nur" verbaler Gewalt - zwischen Kindern und Jugendlichen ist ebenso wenig zu leugnen wie einfach zu erklären. Und es ist Mats Wahl hoch anzurechnen, dass er nicht in einfache Kausalitäten verfällt und das soziale Milieu, gewaltverherrlichende Filme und Videospiele oder die Waffenpolitik eines Landes als Ursache einer immer unbegreifbar bleibenden Bluttat wie dieser unterstellt. Unbegreifbar ist auch das Leid der Eltern und Angehörigen, "eine Ewigkeit der Trauer." Die Sprache, die Wahl an diesen Stellen des Romans benützt, hebt sich von der nüchternen Beschreibung des wortkargen Kommissars und seiner Arbeit ab und scheint zu ahnen, dass manches nicht in Worte zu fassen ist.
Neben den üblichen Ingredienzien eines guten Kriminalromans wie einer spannenden Handlung, die trotzdem nie konstruiert wirkt, überraschenden Wendungen und der Balance zwischen Verständlichkeit und Verhüllung, zeichnet sich der Roman durch die Fokussierung menschlichen Schicksals aus und scheut sich nicht, Kritik an der schwedischen Politik zu üben. Bleibt eigentlich nur mehr eine Frage zu klären: Was macht ihn zur Jugendliteratur? Die Protagonisten sind Erwachsene, aus ihrer Sicht wird die Geschichte erzählt, die Kinder und Jugendlichen bleiben Objekt, bleiben außerhalb. Thematisch mögen sie im Mittelpunkt stehen, ihnen aber auch eine Stimme zu geben, hätte den Roman bereichert.

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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Heidi Lexe;
Spannend gebauter und fast protokollarisch notierter Kriminalfall im Schul-Milieu. (ab 13) (JE)

Der Reiz des Tötens als letzter Schritt der Machterlangung über andere: Dieses Gefühl und dessen Antizipation stehen im Mittelpunkt der Jugendkrimis von Mats Wahl. In seinem nunmehr dritten Fall hat Harald Fors die Hintergründe einer Schießerei im Speisesaal einer Schule aufzuklären. Das Geschehene führt zum Schock, zur Sprachlosigkeit, die in politische Worthülsen gefasst nur umso deutlicher wird. Wen die eigene Moral zum Verlierer macht, der muss erst einmal die Motivation aufbringen, gegen Unrecht (oder gar ein Verbrechen) anzukämpfen. Und Harald Fors ist diesmal besonders beeinträchtigt - zeigt sein Körper doch deutlich die Blessuren eines Überfalls. Rasch stellt sich heraus, dass die Dienstpistole, die ihm bei diesem Überfall gestohlen wurde, die Tatwaffe bei der Schießerei in der Schule war.
Fast protokollarisch wird die Detektion notiert, werden die einzelnen Erkenntnisse parallel geführt mit Handlungssplittern aus dem privaten Umfeld der ErmittlerInnen. Im Mittelpunkt jedoch stehen stets die sozialen Rahmenbedingungen und Handlungsmotive der verdächtigen Jugendlichen.
Heftiger Kritikpunkt am Rande: Das Cover verortet die Geschichte nicht nur falsch, sondern zeigt als "Täter" einen Jugendlichen, der zu deutlich auf eine im Text befürchtete, sich aber eben nicht bestätigende ethische Motivation der Tat verweist.

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Quelle: Bücherschau (Büchereiservice des ÖGB) (http://www.buecherei.at/);
Autor: Peter Lauda;
Kommissar Fors wird beim Verlassen eines Geschäftes von Jugendlichen überfallen, brutal niedergeschlagen und getreten. Sie erbeuten nicht nur seine Brieftasche, sondern auch seine Dienstwaffe, die sie mit einem Messer aus dem Holster schneiden. Einen Tag später fallen in der Vikingaschule tödliche Schüsse. Drei Kinder sterben. Bald steht fest, dass die Kinder mit der gestohlenen Dienstwaffe beschossen worden sind. Kommissar Fors und seine Kollegen sehen sich einem vielschichtigen Fall gegenüber, in dem nichts ist, wie es zunächst scheint.
Erneut besticht Mats Wahl mit seinem integeren und sympathischen Helden und einem hoch aktuellen Kriminalfall. Er zeigt nicht nur die Ohnmacht der Eltern und Lehrer auf, sondern auch das Versagen der honorigen Politiker, die machtlos in ihren Beschlüssen der Aktualität der Ereignisse hinterherhinken. Immer mehr entwickelt sich der mit zahlreichen Literaturpreisen ausgestattete schwedische Jugendbuchautor zu einem "Henning Mankell für Jugendliche". Die angesehene deutsche Zeitung "Die Zeit" bezeichnet Inspektor Fors als "Wallander im Jugendbuch".
"Kill" ist nach "Der Unsichtbare" und "Kaltes Schweigen" Mats Wahls dritter Jugendkrimi, den die Brisanz der Aktualität auszeichnet: bewaffnete Jugendliche in Schulen, Ausländerfeindlichkeit, Hoffnungslosigkeit junger Menschen in der Arbeitswelt, hohe Kriminalitätsrate - alles Probleme, die in der Tagespresse täglich aufscheinen. Der jüngste Roman des Autor ist authentisch in seinem Realismus, ungeheuer spannend und in keiner Weise Partei ergreifend. Er stützt sich auf die These: Kein Jugendlicher wird grundlos kriminell!
Empfehlenswerte spannende Lektüre für jugendliche Leser!

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Quelle: STUBE (http://www.stube.at/);
Der Reiz des Tötens als letzter Schritt der Machterlangung über andere: Dieses Gefühl und dessen Antizipation stehen im Mittelpunkt der Jugendkrimis von Mats Wahl. In seinem nunmehr dritten Fall hat Harald Fors die Hintergründe einer Schießerei im Speisesaal einer Schule aufzuklären. Das Geschehene führt zum Schock, zur Sprachlosigkeit, die in politische Worthülsen gefasst nur umso deutlicher wird. Wen die eigene Moral zum Verlierer macht, muss erst einmal die Motivation zum Widerstand aufbringen. Und Harald Fors ist diesmal besonders beeinträchtigt - war seine Dienstpistole doch die Tatwaffe Fast protokollarisch wird die Detektion notiert; im Mittelpunkt jedoch stehen die sozialen Rahmenbedingungen und Handlungsmotive der verdächtigen Jugendlichen.