Menschenfresser George : das abenteuerliche Leben eines Hochstaplers

Kooij, Rachel van, 2012
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-7026-5845-8
Verfasser Kooij, Rachel van Wikipedia
Systematik JR - Jugend Roman
Verlag Jungbrunnen
Ort Wien
Jahr 2012
Umfang 352 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Rachel van Kooij
Annotation Quelle: 1000 und 1 Buch (http://www.1001buch.at/);
Autor: Verena Zeilinger;
Annotation: Ein schauspielerisch talentierter, blitzgescheiter Junge des ausgehenden 17. Jahrhunderts mausert sich vom gelehrigen Musterschüler zum gefeierten Hochstapler. Und das Beste daran: Diesen Mann gab es wirklich!
Rezension: Spätestens seit "Der Kajütenjunge des Apothekers" ist Rachel van Kooij den deutschen LeserInnen ein Begriff. Ihr Name steht für anspruchsvolle, genau recherchierte historische Jugendromane. Auch "Menschenfresser George" reiht sich mühelos in diese Kategorie ein. Ein alter, kranker und reumütiger Mann beginnt im April 1752 seine Memoiren zu schreiben. Einmal heißt der Erzähler Matthieu - nach seinem verstorbenen Bruder -, einmal ist er ein irischer Mönch, dann ein japanischer Prinz und letztendlich der von der Insel Formosa stammende Wilde George Psalmanazar. Seinen wahren Namen erfahren wir nicht. Das abenteuerliche Leben des Menschenfressers, das von Bildungssehnsucht, Heimatsuche und verlorener Mutterliebe geprägt ist, lässt uns mit ihm von Frankreich über Deutschland und die Niederlande bis nach London reisen. Ein stetes Auf und Ab bildet den Lebensrhythmus des Protagonisten und führt das Publikum immer wieder an der Nase herum. Wird er es diesmal schaffen, sein Glück zu machen? Durch welche List gelingt es ihm nun wieder seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen? Lateinische Sprichwörter bilden die Überschriften zu den Lebensabschnitten unseres - historisch belegbaren! - Helden, die, wie es für einen einsichtigen Sterbenden passend erscheint, in Lektionen daherkommen. Wir folgen atemlos den Fußstapfen des vielnamigen Namenlosen, lachen und weinen mit ihm und können das Buch erst wieder weglegen, wenn es heißt: "FINIS - Tabula rasa".

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Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Jana Sommeregger;
Frankreich um 1700: Die Geschichte eines jungen Mannes, der unterschiedliche Identitäten lebt und schließlich als Hochstapler entlarvt wird. (ab 13) (JE)
Pedrolino, der aus einer ärmlichen französischen Theaterfamilie stammt, blickt auf ein bewegtes Leben voller Täuschungen zurück. Als Kind wird er von seinem Vater regelmäßig mit seinem Bruder Matthieu verwechselt. Als die Schauspieltruppe wegen einer Fieberkrankheit zerfällt, gibt er sich selbst als Matthieu aus - und entdeckt die Lust am Spiel mit Identitäten auch abseits der Bühne. Matthieu wird Lehrer, Mönch, Prinz und geht schließlich als George Psalmanazar in die britischen Geschichtsbücher ein.
George Psalmanazar (1679-1763) behauptete u. a., der erste Ureinwohner Formosas (heute Taiwan) zu sein. Seine ungewöhnliche Lebensgeschichte, die sich als erfunden herausstellte, hat die niederländisch-österreichische Autorin Rachel van Kooij zu ihrem neuen historischen Romanstoff gewählt. Dass sie dabei nicht nur eine spannende Abenteuergeschichte, sondern auch einen wunderbar verspielten Metaroman geschrieben hat, liegt in der Natur der Sache. Denn Psalmanazar entschied sich für seine phantastische Lebensgeschichte nach der Lektüre eines Buches und machte aus seiner vermeintlichen Autobiografie wiederum einen Bestseller. Großes Lesevergnügen!

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Quelle: LHW.Lesen.Hören.Wissen (http://www.provinz.bz.it/kulturabteilung/bibliotheken/320.asp);
Autor: Ruth Schmidhammer;
Ein alter Mann schreibt seine Lebensgeschichte auf, die ihn durch alle Höhen und Tiefen führte, ein Drama, das schon früh in seine Kindheit begann. Die Eltern führten ein kleines Wandertheater und George und Matthieu übernehmen schon als Kinder wichtige Rollen in den Stücken. Als fast alle Schauspieler und Matthieu am todbringendem Fieber erkranken, schickt der Vater die Mutter und George weg zu den Verwandten. Von nun an spielt der Junge auch im Leben verschiedene Rollen, nur nie die Eigene. Schnell erkennt er seine Talente und setzt diese zu seinem Vorteil ein, auch wenn es darum geht, andere zu Hintergehen. Auf der Suche nach seinem Vater durchquert er ein vom 30-jährigen Krieg gebeuteltes Europa und entgeht nur knapp Einsätzen an der Front. Schließlich gibt er sich als Prinz aus Formosa aus und besteht auch ein Testgespräch der Wissenschaftler von Oxford.
Spannende, humorvolle historische Lügengeschichte für anspruchsvollere LeserInnen ab 14. J.

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Quelle: STUBE (http://www.stube.at/);
Hochgestapelt wird meist, um sich gewitzt Vorteile zu verschaffen. Rachel van Kooij
akzentuiert den Ich-Erzähler hier jedoch deutlich anders: Bereits als Kleinkind muss er seine Identität ändern, als sein Vater, Chef einer Truppe von Wanderschaustellern, ihn verwechselt. Als ihm aus diesem Versehen heraus die Rolle des gelehrten Dottore zugeteilt wird, entdeckt er sein Talent zur Lüge Nachdem er sich in den politischen Wirren des ausgehenden 17. Jahrhunderts zunächst mit Mönchskutte gekleidet als irischer Pilger, dann als japanischer Prinz ausgibt, erfindet er sich schließlich jene Rolle, die ihm zu großer Berühmtheit verhilft, und die er immer wieder neu ausschmückt: ein Ureinwohner Formosas, der von Jesuiten
nach Frankreich verschleppt wurde. Als retrospektive Lebensbeichte erzählt kommen zahlreiche Aspekte vergangener Zeit zur Sprache.
*STUBE"

-Lektorix-
Die Figur des Hochstaplers hat in der Literatur, erinnert sei nur an Thomas Mann unvollendet gebliebenen Felix Krull, meist etwas Humoristisch-leichtes hochgestapelt wird aus gewitztem Kalkül, um sich Vorteile zu verschaffen. Rachel van Kooij akzentuiert den Ich-Erzähler in ihrem Jugendroman deutlich anders: Bereits als Kleinkind muss er seine Identität ändern, als sein Vater, Chef einer mittellosen Truppe von Wanderschaustellern, ihn mit seinem Bruder verwechselt. Als ihm aus diesem Versehen heraus die Rolle des gelehrten Dottore zugeteilt wird, entdeckt er sein Talent zum Auswendig-lernen das er in weiterer Folge noch variantenreich einzusetzen weiß. Denn nachdem er sich als junger Mann in den politischen Wirren des ausgehenden 17. Jahrhunderts zunächst mit Mönchskutte gekleidet als irischer Pilger, dann als japanischer Prinz ausgibt, erfindet er sich schließlich jene Rolle, die ihm zu großer Berühmtheit verhilft, und die er mit viel Liebe zum Detail immer wieder neu ausschmückt: ein Ureinwohner Formosas, der von Jesuiten nach Frankreich verschleppt wurde. Als retrospektive Lebensbeichte erzählt kommen zahlreiche Aspekte des Lebens in lang vergangener Zeit zur Sprache, von willkürlichen Zwangsrekrutierungen junger Männer als Soldaten bis hin zur Schwierigkeit, jemanden der Lüge zu überführen, der seine Position so selbstsicher und phantasievoll behauptet. Schade nur, dass im ansonsten sehr gelungenen Buch weder der durchaus verwirrende historische Kontext noch das reale Vorbild für die Hauptfigur, ein Mann, der als George Psalmanazar in die Geschichte einging, näher erklärt wird; das bleibt eigenen Recherchen der jugendlichen Leser und Leserinnen überlassen.
*STUBE* Kathrin Wexberg