Strafe : Stories

Schirach, Ferdinand von, 2018
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-630-87538-5
Verfasser Schirach, Ferdinand von Wikipedia
Systematik DR - Deutsch Roman
Verlag Luchterhand
Ort München
Jahr 2018
Umfang 189 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Ferdinand von Schirach
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Fritz Popp;
Verbrechensliteratur in kleinen, aber hochkonzentrierten Dosen. (DR)
Dass der vorliegende Erzählband den Titel "Strafe" trägt, liegt wahrscheinlich vor allem daran, dass die beiden Vorgängerbände mit "Verbrechen" und "Schuld" tituliert waren. Denn so manche kriminelle Tat, die in den 12 Stories vom Autor in bewährter Weise stilistisch pointiert, sachkundig und ohne die Handelnden zu denunzieren oder zu verurteilen, geschildert wird, bleibt unbestraft und ungesühnt. Ja, zum Teil ist dies auch gedeckt durch die Strafgesetzgebung, wenn es sich etwa um strafunmündige Täter handelt. Oder nicht verwertbare Indizien. Oder aufgrund des Prinzips, dass man nicht zweimal wegen der gleichen Sache verurteilt werden kann, selbst wenn dem Prozess ein Verfahrensfehler zugrunde liegen sollte. Eigentlich geht es in etlichen Fällen vielmehr um Rache und um reuelose TäterInnen. Vielfach sind es einzigartige und spektakuläre Fälle: Ein einsamer Mann nimmt sich eine Sexpuppe als Partnerin und wird ihretwegen gewalttätig. Ein verkommener Anwalt klärt einen bloß vorgetäuschten Mord auf. Und eine Frau hilft beim Tod ihres Mannes ein bisschen nach.
Zwölf sehr unterschiedliche Stories, unprätentiös und leichthändig erzählt, klar und genau in der Diktion, aber auch mit einem guten Gespür für Spannung und Spannungsaufbau. Aufgrund der Kürze der Geschichten eine ideale Bett- oder Strandlektüre.

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Quelle: LHW.Lesen.Hören.Wissen (http://www.provinz.bz.it/kulturabteilung/bibliotheken/320.asp);
Autor: Martin Pichler;
Sie haben etwas Lesezeit übrig? Ein verregnetes Wochenende, eine lange Warteschlange, eine kurze Zugfahrt? Kein Problem mit diesen Stories! Immer die richtige Länge, um die nötige Zeit zu überbrücken und intelligent unterhalten zu werden. Auch wenn einen manchmal der Schauer überkommt.
Die knappen, nüchternen Sätze sollen nicht darüber hinwegtäuschen, dass hier die Hochspannung dramatischen Lebens angezapft wird. Lebensläufe spulen im Zeitraffer ab, bis zum plötzlichen Wendepunkt. Um Strafe und Selbstbestrafung geht es, meist überraschend offenbart sich die subtile Ironie oder der brutale Zynismus in Bezug auf diesen Titel. Suchtfaktor absolut gegeben. Nur hier und dort ist die Konstruktion etwas zu augenfällig - eine Perlenkette, die auf die oberste Treppenstufe gelegt wird, ist wie die Pistole, die natürlich früher oder später die tödliche Kugel abschießt! Gottseidank passieren dem Schirach solche groben Patzer nur selten!