Golden House : Roman

Rushdie, Salman, 2017
Libresso
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Medienart Buch
ISBN 978-3-570-10333-3
Verfasser Rushdie, Salman Wikipedia
Beteiligte Personen Herting, Sabine Wikipedia
Systematik DR - Deutsch Roman
Verlag C. Bertelsmann
Ort München
Jahr 2017
Umfang 511 S.
Altersbeschränkung keine
Sprache deutsch
Verfasserangabe Salman Rushdie. Aus dem Engl. von Sabine Herting
Annotation Quelle: bn.bibliotheksnachrichten (http://www.biblio.at/literatur/bn/index.html);
Autor: Josef Kunz;
Die Geschichte der Familie eines indischen Baulöwen, den seine Vergangenheit einholt. (DR)
Salman Rushdies neuer Roman wird in den USA als eine erste literarische Auseinandersetzung mit der überraschenden Wahl Trumps zum Präsidenten gesehen. Rushdie erzählt die Geschichte eines indischen Baulöwen, der gezwungen ist, mit seinen drei Söhnen nach New York zu fliehen, weil er in Indien als Geldwäscher krimineller Banden mit dem Tod bedroht wird. Nero Golden nennt sich der Mann, wohnt in einem vornehmen Viertel und wird von den Nachbarn mit Staunen beobachtet. Rene Unterlinden lebt nebenan und macht es sich zur Aufgabe, das Geheimnis dieser seltsamen Familie zu ergründen. Ihm liefert das verborgene Leben der Nachbarn den Stoff für einen Film, den er eine Dekade später als bekannter Filmemacher drehen wird. Doch vorerst wird er vom Beobachter zum Akteur, als Nero sich in die junge Russin Vasilisa verliebt. Ihr Name bedeutet "die Königliche" und sie wird als eine berechnende Schönheit mit der Seele einer Hexe beschrieben. Die Zutaten für eine spannende Handlung sind also gegeben.
Wenn Rushdie auch oft wegen seiner Fantasie und Vorstellungskraft gelobt wird, so hat er hier eine übertrieben märchenhaft inszenierte Erzählsituation geschaffen. Das Buch ist ein Hybrid aus verschiedenen Textsorten, es ist häufig wie ein Drehbuch mit Regieanweisungen versehen, dann wiederum sind innere Monologe eingefügt, die Einblick in die seelische Verfasstheit von Akteuren geben. Die Schicksale der drei Golden-Söhne werden in eigenen novellenhaften Texten geschildert. Durch eine Überlastung von Zitaten aus Büchern und Filmen ist der Roman zudem schwer verständlich. Nach einer schaurigen Auslöschung aller Goldens gibt es schlussendlich ein Happy End für den Erzähler, was aber ein wenig zu aufgesetzt wirkt. Ja, und Donald Trump kommt auch vor und zwar als Joker aus "Batman" - und dies ist noch eine verständliche Anspielung. Wer sich durch den ersten Teil des Buches durchquält, findet so manchen erzählerischen Edelstein, aber zwingend ist dieses Werk nicht.